Praktisches Leben

Praktisches Leben

Der Begriff „Praktisches Leben“

Der Begriff „Praktisches Leben“ bei Montessori hat eine andere Bedeutung als in unserer Alltagssprache. Hier geht es nicht darum, dass das Kind möglichst sicher und schnell Fähigkeiten erlernt, die den Alltag erleichtern. Es geht überhaupt nicht so sehr darum, ein Lernziel zu erreichen, sondern vielmehr darum, im Tun selbst wichtige Erfahrungen und Entdeckungen zu machen. So geht es bei der Übung des Händewaschens nicht nur um das Ergebnis, nämlich die sauberen Hände, sondern um die vielfältigen sinnlichen Erfahrungen in der Berührung mit dem Wasser, der Seife oder dem Handtuch.

Die Übungen des Praktischen Lebens erfüllen zwei wichtige Prinzipien der Montessori-Pädagogik:

1. Die Materialisierte Abstraktion

Die Lernmaterialien werden bewusst aus dem praktischen Zusammenhang herausgenommen, um den Fokus ganz auf den Prozess einer Handlung zu richten.

So wird z.B. ein Holzpuzzle angeboten, um ganz achtsam und ohne Zeitdruck das Schuhe binden zu lernen.

2. Isolierung der Schwierigkeiten

Ein Prozess wird in viele Teilschritte zerlegt, die einzeln leichter aufgenommen und gemerkt werden können. So kann etwas das Knöpfen in kleinen Schritten in einer Darbietung gezeigt werden, so dass die Kinder es Schritt für Schritt nachvollziehen und selbst nachmachen können.