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Stille und Entspannung

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Stille und Entspannung in der Montessoripädagogik

Montessoripädagogik ist ohne Stille völlig undenkbar. Sie entsteht ganz von selbst, wo ein Kind auf ein neues Material stößt und voller Konzentration versucht, das Material zu begreifen. Geistige Arbeit, und dazu zählt die Tätigkeit eines Kindergartenkindes genauso wie der Vortrag eines Hochschul-Dozenten, geistige Arbeit braucht die Stille, um sich ungestört entfalten zu können.

Waren sie schon einmal in einer Montessori-Klasse zu Besuch? Manchmal könnte man in der Freiarbeit eine Nadel fallen hören, so sehr sind die Kinder in ihre Arbeit vertieft. Stille ist also nichts, wozu Kinder diszipliniert werden müssen, das wäre eher die Ruhe. Nein, Stille entsteht von selbst, wo immer Neugierde, Staunen und Berührt werden stattfinden. Und sie ist viel mehr als die Abwesenheit von Lärm. Viele Menschen suchen die Stille in der Abgeschiedenheit, im Yoga oder in der Meditation. Sie spüren, dass Aktivität, Stress und Überforderung ein deutliches Gegengewicht brauchen.

Maria Montessori verstand das Leben schon vor 100 Jahren als zyklisch. Ob in den Jahreszeiten, den Stunden eines Tages oder den Emotionen eines Menschen erkannte sie, dass alles mit allem zusammenhängt und sich gegenseitig bedingt. Ohne Frühling gibt es keinen Sommer, ohne Traurigkeit keinen Trost. Und eben ohne Stille und Entspannung auch keine Energie und Aktivität.

Welche Materialien helfen, Ruhe und Entspannung zu finden?

Genau genommen führt jedes Montessori-Material im Idealfall in die Stille. Es ist die Stille, die das Kind in die „Polarisation der Aufmerksamkeit“ führt. Ein Kind war einmal so sehr in die Arbeit mit den Zylinderblöcken vertieft, dass es nicht bemerkte, wie Maria Montessori sie mitsamt ihrem Stuhl auf den Tisch hob. Seit diesem Erlebnis war für Montessori nichts heiliger als die stille Versunkenheit eines Kindes, aus der man es unter keinen Umständen herausreißen durfte. Tut man es dennoch, ist das ein massives Eingreifen in seine selbstbestimmte Entdeckung des Lebens. Allerdings gibt es auch einige Materialien, die gerade diese Versunkenheit zum Ziel haben. Mit der Liegenden Acht gelangen sowohl der Körper, als auch der Geist in einen angenehmen Rhythmus des Auf- und Abrollens der Kugel. Die regenmäßige schwingende Bewegung beruhigt das gesamte Nervensystem und entspannt Körper und Geist. Zugleich erfordert die Liegende Acht eine Art entspannter Konzentration, die das Kind völlig in den Augenblick versetzt. Durch die Beidhändigkeit der Bewegung werden beide Gehirnhälften in gleicher Weise angeregt und neue neuronalen Verknüpfungen zwischen linkem und rechtem Hirn können sich bilden. Aber auch Yogawürfel, Mandalas, die Achtsamkeitsbox und viele andere Materialien der Stille sind pädagogische Helfer, um eine wohltuende und regenerierende Atmosphäre im Alltag zu schaffen.