Sprachmaterial

Maria Montessori bezeichnete Sprache vor vielen Jahren, als den Schlüssel zur Welt. 

Alleine an Hand dieses Ausspruches wird in Ansätzen deutlich, wie wichtig die Sprache in der Montessoripädagogik ist.           

Die Fähigkeit zur Entwicklung der Sprache ist in jedem Kind bereits veranlagt. Welche Sprache dies im Konkreten ist, entscheidet das Umfeld des Kindes. 

Es gibt im Alltag einige klassische Übungen zur Erweiterungen des Wortschatzes, zum Beispiel die Drei-Stufen-Lektionen, die den Kindern zu einem großen Wortschatz verhelfen und es ihnen so ermöglichen sich besser ausdrücken zu können. Des Weiteren ist es für das Kind ebenso wichtig, die Sprache mit dem Intellekt begreifen zu können, daher die Grammatik und die Syntax zu verstehen. Das Studium der Grammatik spielt deshalb eine große Rolle. 

Kinder im Kinderhaus haben das besondere Bedürfnis zu erfahren, was Dinge der Welt sind und wie diese Dinge heißen. Die Sprache durchzieht daher alle Bereiche im Kinderhaus. Es gibt bereits im Kinderhausbereich Übungen zur gezielten Wortschatzerweiterung und Bemühungen zur        Sprachbereicherung. Zudem wird im klassischen Montessori-Kinderhaus die Schriftsprache, das Schreiben und Lesen, entwickelt. Dies ist ein Teil des Spracherwerbes, der in der sensiblen Phase von 0 bis 6  Jahren abläuft. Kinder im Alter von 4 Jahren zeigen bereits ein besonderes Interesse an Buchstaben. Wenn man den Kindern die Möglichkeit gibt, geschriebene Sprache zu erlernen, ist dies keine künstliche Akzeleration, sondern ein ganz natürlicher Vorgang. Montessori Pädagogik fördert die Kinder in dem was sie lernen wollen, daher finden keine Akzeleration und keine Zurückhaltung der Kinder statt. Geeignete Materialien im Kinderhaus sind zum Beispiel die Sandpapierbuchstaben und das Bewegliche Alphabet. 

Zum Schreiben ist die Vorbereitung der Handmotorik dringend notwendig. Dies wird mit vielen verschiedenen Materialien im Kinderhaus erreicht, z.B. mit den Zylinderblöcken oder den metallenen Einsätzen (diese werden mit dem Stift umfahren und anschließend freihändig mit Linien ausgefüllt). Danach kommen die Schönschreibübungen und die Einführung der Großbuchstaben. 

Das Lesen kommt nach dem Schreiben. Man  beginnt mit kleinen Gegenständen und Namenskarten, mit denen das Lesen einfacher phonetischer Wörter geübt wird. Anschließend werden Phonogramme, Buchstabengruppen ( die einen anderen Laut formen wie z.B. eu), eingeführt und handlungsaktiv geübt.  Für Kinder in diesem Alter sind auch Fremdwörter von großem Interesse. 

Die Kinder in der Grundschule nutzen ihre Vorstellungskraft, um einen Zugang zu den Dingen zu erhalten, die nicht mit den Händen angefasst werden können. Diese Vorstellungskraft wird unter Anderem auch durch die große Erzählung  “Über die Entstehung der Buchstaben“ angeregt. 

Die in der fachbezogenen Erzählung behandelten Themen, werden anschließend im Studium der Sprache und der Schrift vertieft. Nach Maria Montessori umfasst die Wortlehre das Zerlegen der Wörter in Wortstamm, Präfix und Suffix. Diese Übungen dienen den Kindern zugleich als Rechtschreibübung. 

Das Studium der Wortarten umfasst in der deutschen Sprache zehn verschiedene Wortarten  (Substantiv oder Nomen, Artikel, Adjektiv, Numerale, Verb, Präposition, Adverb, Pronomen, Konjunktion, Interjektion). Die Satzanalyse geht nun in eine andere Ebene und ist ein weiterer Bereich der Sprache. Einfache Sätze, Satzverbindungen und Satzgefüge werden analysiert und die Fertigkeit der Satzzerlegung wird handlungsaktiv mit verschiedenen Materialien eingeübt. 

Das Lesen, die Entwicklung des schriftlichen Ausdrucks, die verschiedenen Textsorten, das Entwerfen einer Gliederung und die Rechtschreibung  sind weitere Themen im Bereich Sprache.