Berühmte Montessori-Schüler und ihr spannender Werdegang



1.Die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin und andere IT-Größen

Befragt nach dem Geheimrezept ihres Erfolges, führen die Google-Gründer Larry Page und Sergej Brin gerne ihre Montessori-Ausbildung an. Unabhängig voneinander besuchten die beiden Senkrechtstarter eine Montessori-Einrichtung, bevor sie sich kennenlernten und gemeinsam eines der erfolgreichsten Unternehmen unserer Zeit gründeten. Die Freiheit sei es, sagt Brin, die es den Schülern ermögliche, in ihrem eigenen Tempo die Welt zu entdecken. Die Entschlossenheit, eigene Interessen zu verfolgen, ließe sich auf ihre montessorische Erziehung zurückführen.

Die beiden Google-Gründer befinden sich in bester Gesellschaft. Auch Microsoft-Gründer Bill Gates und der Erfinder von Facebook, Mark Zuckerberg besuchten eine Montessori-Einrichtung. Alle vier haben es dank ihrer bahnbrechenden Kreativität zu einem unfassbaren Vermögen gebracht und haben es der Welt gezeigt, dass der konventionelle Weg nicht immer der erfolgversprechendste ist.

2. Der Maler Friedrich Hundertwasser

Auch im künstlerischen Bereich gibt es viele berühmte Montessori-Absolventen die veranschaulichen, zu welchen kreativen Höhenflügen die Montessori-Pädagogik inspirieren kann.

Der weltbekannte Maler Friedrich Hundertwasser ist einer von ihnen. Der Wiener Künstler entwickelte seinen ganz unverwechselbaren Stil, indem er farbenfroh und ohne eine einzige gerade Linie arbeitete. Er zeichnete, malte und gestaltete Briefmarken, Flaggen und Bücher. Auch als Architekt sorgte Hundertwasser mit Bauten in Österreich, Deutschland, aber auch in Japan und den USA für Aufsehen. Seine Architektur wirkt wie aus einem Zauberreich. Sie steht in Einklang mit der Natur und erfüllt urmenschliche Bedürfnisse nach Gemütlichkeit, Lebendigkeit und Frohsinn.

Anstelle von geraden Kanten verwendet Hundertwasser organische Formen, die naturnah und inspirierend sind. Selbst der Fußboden in einem von Hundertwasser entworfenen Wiener Gemeindebau ist leicht uneben und erfordert die volle Aufmerksamkeit der Bewohner und Besucher. Gewohnheiten werden gebrochen, menschliches Leben als Teil der Natur wird neu gedacht.

So erstaunt es nicht, dass sich Hundertwasser auch intensiv mit dem Umweltschutz auseinandersetzte und sich stark für eine ökologische Lebensform engagierte. Bereits in den 70-iger Jahren entwickelte er eine funktionstüchtige Humustoilette und gab damit den Anstoß für zahlreiche weitere ökologische Entwicklungen.

Hundertwasser´s Gesamtwerk ist als Antwort zu verstehen auf eine Gesellschaft, die an den grundmenschlichen Bedürfnissen vorbeizielt. Der Wiener Künstler schenkt den Menschen die Buntheit, die organische Vielfältigkeit und die Verträumtheit zurück, und dafür lieben sie ihn.

Der phantasievolle Künstler ist auch ideal dazu geeignet, als inspirierende Vorlage für Malereien und Basteleien von Grundschülern zu dienen. Nach seinem Vorbild können zum Beispiel Pflanzen oder Häuser dargestellt werden. Da Hundertwasser selbst verspielt und kindlich arbeitet, finden Kinder auch leicht einen Zugang zu seiner Kunst und lassen sich dadurch in eigene Traumwelten verführen.

Der Allround-Künstler ist also ein wunderbares Beispiel dafür, wie fruchtbar eine Erziehung sein kann, die am Kind orientiert ist. Nicht, was bereits in der Gesellschaft vorhanden ist, gibt den Ausschlag, sondern das, was mit unverbildeter Kraft aus dem Inneren des Menschen herausströmt.

3. Der Literaturnobelpreisträger Gabriel Garcia Marquez und andere Künstler

Der kolumbianische Schriftsteller Marquez ist berühmt für seinen Magischen Realismus, der märchenhafte Elemente in realistische Situationen integriert. Sein bekanntestes Werk ist der Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“, der in 32 Sprachen übersetzt wurde und weltweit 30 Millionen Mal verkauft wurde. In seinen biographischen Schriften äußert sich Marquez mehrfach sehr angetan von seiner Montessori-Erziehung: “The consolation was that during this time the Montessori school had opened in Aracataca, and its teachers stimulated the five senses by means of practical exercises, and taught singing. With the talent and beauty of the director, Rosa Elena Fergusson, studying was something as marvellous as the joy of being alive. I learned to appreciate my sense of smell, whose power of nostalgic evocation is overwhelming. .... In theory it is difficult to comprehend subjective pleasures, but those who have experienced them will understand right away.”

In der deutschen Übersetzung lautet dieser Text:

„Der Trost während dieser Zeit war, dass die Montessori-Schule in Aracataca geöffnet hatte und ihre Lehrer regten unsere fünf Sinne mittels praktischer Übungen an und lehrten uns singen. Mit dem Talent und der Schönheit unserer Direktorin Rosa Elena Fergusson war das Lernen etwas genauso Wunderbares wie die Freude daran, am Leben zu sein. Ich lernte meinen Geruchssinn zu schätzen, dessen Macht einer nostalgischen Beschwörung überwältigend war…In der Theorie ist es schwierig, subjektive Genüsse zu verstehen, aber diejenigen, die sie erfahren haben, werden sie auf Anhieb verstehen.“

Und ein weiterer Text von Marquez lautet:

“I do not believe there is a method better than the Montessorian for making sensitive to the beauties of the world and awakening their curiosity regarding the secrets of life. It has been rebuked for encouraging a sense of independence and individualism, and perhaps in my case this was true.”

“Ich glaube nicht daran, dass es eine bessere Methode als die Montessori-Methode gibt, um empfänglich zu machen für die Schönheiten der Welt und die Neugier zu erwecken für die Geheimnisse des Lebens. Diese Methode wir dafür getadelt, den Geist der Unabhängigkeit und des Individualismus zu ermutigen und vielleicht war das bei mir der Fall.“

Marquez ist sich also sehr wohl bewusst, dass es zwischen seiner Montessori-Erziehung und seiner freigeistigen, originären Schreibkunst durchaus einen Zusammenhang gibt.

Auch wenn die Montessori-Methode die ureigene Kreativität eines Menschen nicht herstellen kann, so ist sie doch bestens dazu geeignet, das kreative Potential aus einem Kind herauszuholen. Wer als Kind lernt, die eigenen Ressourcen zu nützen, kann auch als Erwachsener aus der eigenen Quelle schöpfen und Wertvolles für die menschliche Gemeinschaft beisteuern.

Auch der Liedermacher Herrmann van Veen, der Schauspieler George Clooney oder die Schauspielerin Heike Makatsch profitierten von ihrer Montessori-Ausbildung in ihrem späteren Leben. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie frei und selbstbewusst die eigene Meinung vertreten und sich frei von Angst für ihre Überzeugungen einsetzen.

4. Die englischen Prinzen William und Harry sowie der kleine Prinz Georg

Als gelernte Erzieherin legte die englische First Lady Diane größten Wert auf die Erziehung ihrer beiden Jungs William und Harry. Obwohl es nicht gerade der royalen Tradition entsprach, schickte sie sie auf eine Montessori-Schule. Eine Generation später lassen auch Prinz William und Kate ihren Sohn George an einer Montessori-Einrichtung lernen.
Auf den ersten Blick könnte man glauben, die Montessori-Methode lässt den Kindern soviel Spielraum, dass sich diese später nur mühsam an gesellschaftliche Konventionen anpassen können. Nun gibt es aber kaum eine Lebensform, die so viel Konvention und Etikette erfordert wie die an einem Königshof. Wie passt das zusammen?
Die englischen Prinzen sind ein ausgezeichnetes Beispiel dafür, dass in der Montessoripädagogik sowohl die Entwicklung der eigenen Freiheit als auch der Respekt vor der Freiheit der Anderen eine große Rolle spielen. Freiheit ist kein absoluter Begriff, sondern findet immer auch in gewissen Grenzen statt.
„Freiheit und Disziplin sind die zwei Seiten einer Medaille.“ sagt Maria Montessori dazu.

Die englischen Prinzen wirken so, als hätten sie diesen Ausspruch verinnerlicht. Trotz unzähliger Vorgaben und Konventionen wirken sie durchaus so, als würde ihnen ihr „Job“ Spaß machen.

5. Jeff Bezos, der Gründer von Amazon

Es ist kein Zufall, dass Jeff Bezos, Amazon-Gründer und derzeit reichster Mann der Welt, zwei Milliarden Dollar für Obdachlose und Montessori-inspirierte Kindergärten spendet.

Der Multi-Milliardär besuchte als Kind selbst eine Montessori-Vorschule und, nach den Erzählungen seiner Mutter, versenkte sich Jeff gern so tief in eine Aufgabe, dass niemand ihn davon abbringen konnte. Maria Montessori spricht hier von der „Polarisation der Aufmerksamkeit“ und sieht in dieser Vertiefung eine elementare Lern- und Seins-Erfahrung des Kindes, die für seine Entwicklung einen unschätzbaren Wert darstellt. Im völligen Aufgehen in einer Tätigkeit sind Kind und Welt nicht mehr voneinander getrennt, sondern zu einer fruchtbaren Einheit geworden. Bezos selbst sagt viele Jahre später, dass er seinen Erfolg genau dieser Fokussierung und diesem Forschergeist verdankt, den er an der Montessori-Schule so frei entwickeln durfte.

6. Herman van Veen, Liedermacher, Schriftsteller und Kabarettist

Der Niederländer Herrmann van Veen wurde in Deutschland durch Fernsehauftritte bekannt und schrieb fortan viele seiner poetischen und kritischen Songs auch in deutscher Sprache. Als Kind besuchte van Veen eine Montessorischule und erhielt dort Geigen- und Gesangsunterricht. Bis heute hat der Musiker und Dichter knapp 140 Tonträger und über 60 Bücher veröffentlicht und beeindruckt durch seine bescheidene und menschliche Art. Als UNICEF-Botschafter setzt er sich weltweit für die Rechte der Kinder ein.

An seine Zeit an einer Montessori-Schule denkt Herman van Veen gerne und dankbar zurück. Auch heute noch hält er Kontakt mit verschiedenen Montessori-Einrichtungen. So hat er die behindertengerechte Jolle der Segel-AG eine Montessori-Gesamtschule mit den Worten getauft:

„Wenn du Glück hast und du wirst von einem Lehrer gesehen … und der Lehrer sieht dich und er hilft dir bei der Entwicklung deines persönlichen Talents, ob du Fußball spielst, oder ob du Maler werden willst oder Bäcker oder Professor, … dann hast du großes Glück. … Ich hatte das Glück, in einer Montessori-Schule zu sitzen und einem Mann begegnet zu sein der mich gesehen hat … und er hat mir etwas gegeben, (Anmerkung: u.a. eine Geige) für das ich ihm immer noch sehr dankbar bin…“

7. Andrew Lloyd Webber, Komponist

Der Brite Andrew Lloyd Webber schreibt seine ersten Musikstücke bereits im Alter von 6 Jahren. Später komponiert er so berühmte Musicals wie „Jesus Christ Superstar“, „Cats“ oder „Das Phantom der Oper“ . Sein bekanntester Song ist wohl „Don´t cry for me Argentina“ aus dem Musical „Evita“.

Der Oscar-, Golden-Globe- und Grammy-Preisträger Lloyd Webber hat offensichtlich in der Montessori-Schule genau den geschützten und inspirierenden Rahmen gefunden, den er zur Entwicklung seiner einzigartigen Kreativität brauchte.

8. George Clooney, Schauspieler

Der US-Schauspieler zählt nicht nur zu den größten Frauen-Lieblingen des Filmgeschäfts, sondern ist auch als Filmproduzent, Drehbuchautor und Regisseur enorm erfolgreich. Trotzdem findet er Zeit, sich für viele soziale Projekte zu engagieren und politisch aktiv zu sein. Als überzeugter Kriegsgegner und Pazifist zeigt Clooney, wie sehr ihn in jungen Jahren die Montessori-Pädagogik prägte. Sein ökologisches Engagement entspringt wohl ebenfalls dem kosmologischen Weltbild Maria Montessoris.

9. Heike Makatsch, Schauspielerin

Die Karriere von Heike Makatsch begann als Moderatorin von Jugendsendungen, bevor sie eine der anspruchsvollsten und erfolgreichen deutschen Schauspielerinnen wurde.

Heute engagiert sie sich für Oxfam und Amnesty International und zeigt mit dieser Aussage ihr hohes politisches Bewusstsein: „Ein Film, der mir die Augen für Ungerechtigkeiten öffnet, im politischen sowie im privaten Sinn, ist für mich relevant. Ich wünsche mir sehr viel häufiger solche Filmerlebnisse. Dann kann niemand mehr sagen, er habe von alldem nichts gewusst.“

Auch Heike Makatsch kann auf vier Jahre an einer Montessori-Grundschule zurückschauen. Ihre gewinnende, selbstbewusste aber auch mitfühlende Art spiegelt vielleicht auch die positiven Erfahrungen ihrer Schulzeit wider.

10. Anne Frank, das wohl bekannteste jüdische Mädchen der Welt

Als Annes Familie 1933 vor dem Nationalsozialismus in die benachbarten Niederlange flüchten, kann die kleine Anne dort einen Montessori-Kindergarten und später eine Montessori-Grundschule besuchen, bevor sie an eine jüdische Schule wechseln muss. Im Juli 1942 taucht die Familie im Hinterhaus der Firma von Annes Vater unter, um einer Verschleppung durch die Nazis zu entgehen. Kurz zuvor, zu ihrem 13. Geburtstag, bekam Anne ein rot-weiß-kariertes Tagebuch, in das sie im Versteck Notizen machte und das sie später weltberühmt machen sollte. Im August 44 wurde die Familie offenbar verraten, die Gestapo stürmte das Hinterhaus und nahm alle Bewohner fest. Anne starb kurz vor Kriegsende unter schlimmsten Bedingungen im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Ihr Tagebuch ist nicht nur ein unbezahlbares Zeitdokument, sondern ermöglichte es Anne, in der Enge des Verstecks nicht verrückt zu werden, sondern schreibend ihren eigenen, rettenden Raum zu generieren. Diese wertvolle Fähigkeit könnte durchaus eine Frucht ihrer Montessori-Ausbildung sein.

Ohne äußere und innere Freiheit kann ein Kind gar nicht erst eine wahre Leidenschaft entwickeln. Und ohne die Ausbildung einer inneren Disziplin kann es den Reichtum an inneren Ideen nicht nach außen bringen, sich ausdrücken und so seinen Platz in der Gesellschaft zu finden.
Die aufgezählten Persönlichkeiten haben genau das geschafft. Den eigenen Antrieb für eine Sache nutzen, die allen Menschen zu Gute kommt. Welches bessere Ziel könnte es für eine pädagogische Methode geben?

Sie kennen noch weitere Persönlichkeiten, die wir hier vorstellen sollten? Mailen Sie uns: marie@montessori-lernwelten.de

Autorin: Marie Laschitz