Froebel

Das Froebel-Material

Wer war Friedrich Froebel?

Auch wenn sie vielleicht kein Pädagoge sind, klingt ihnen der Name Froebel irgendwie im Ohr? Vermutlich haben sie schon einmal in der Adventszeit die kunstvollen Froebel-Sterne bewundert und kennen daher seinen Namen.                                    

Wussten sie auch, dass Friedrich Froebel als der Begründer des Kindergartens gilt? Geboren wurde der große Pädagoge 1782 in Thüringen. Er war ein Schüler Pestalozzis und erkannte nicht nur die Bedeutung der frühkindlichen Entwicklung, sondern entwickelte auch viele hilfreiche Materialien hierzu, insbesondere seine bekannten „Spielgaben.“

Weil er der Erziehung des kleinen Kindes so eine immense Bedeutung gab und dem Kind Freiraum und Selbständigkeit zusprach, galt Froebel in seiner eigenen Zeit als ein Rebell. Indes haben seine Materialien bis heute nichts von ihrer Aktualität und Beliebtheit eingebüßt.

 

Die Spielgaben von Froebel

Er entwickelte ein System von aufeinander aufbauenden Spielgaben, ausgehend von Bällen für Kleinkinder über Holzbausteine, Tonen, Prickeln, Flechten und Origami bis hin zu geometrischem Material für die Sekundarstufe.    Die Spielgaben wirken auf den ersten Blick sehr einfach, sind aber durchaus komplex und gerade in ihrer Möglichkeit zur Kombination schier unerschöpflich. Froebel unterschied sie in Spiele mit Körpern, Spiele mit Flächen, Spiele mit Linien und Spiele mit Punkten. 

„Spiel ist nicht Spielerei.

Es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung.“

Friedrich Froebel

 

Dieses Zitat könnte auch von der großen Reformpädagogin Maria Montessori stammen. Genau wie sie entwickelte Froebel, allerdings bereits ca. 100 Jahre früher, ein Spielmaterial, durch welches das Kind der Welt erfahren und begreifen konnte. Sein Spielmaterial ist also immer ein Lernmaterial, das den Weg ins Leben weist und darauf vorbereitet.

Die Spielgaben bestehen hauptsächlich aus den Grundformen Kugel, Walze und Würfel. Diese Formen werden dem kleinen Kind zunächst als ganze Formen zum Spielen gegeben, etwa als Ball oder Bausteine. Im Lauf der Entwicklung werden diese Grundformen dann immer weiter zerteilt, z.B. in kleine Legeplättchen oder Bausteinchen. 

 

Warum ist gerade heute die Froebel-Pädagogik so wichtig?

Wie Maria Montessori hat Froebel seine Pädagogik auf die Beobachtung der Kinder aufgebaut. Er unterlag also weniger den Theorien und Vorstellungen seiner Zeit als den Vorgaben, die die Kinder ihm machten. So hatte er das eigentliche Wesen des Kindes im Blick, das sich ja über die Jahrhunderte weit weniger geändert hat als die jeweilige historische Vorstellung davon. Deshalb wirkt die Pädagogik Froebels weder verstaubt noch veraltet, sondern sehr aktuell.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Aktualität liegt im Material selbst. In einer Zeit, wo Informationen und Unterhaltung im Übermaß auf die Kinder einwirken und die Digitalität bereits den Alltag bestimmt, schaffen die Spielgaben von Froebel eine wohltuende Parallelwelt. Hier strömt keine vorgefertigte Kunstwelt auf das Kind ein, sondern es erhält, genau seinem Alter gemäß, ein wunderbares Handwerkszeug zum Kreativ werden und Gestalten. Auch vermittelt das Material eine Ordnung und Aufgeräumtheit, die den unruhigen Geist von überreizten Kindern wieder beruhigt und fokussiert.

Froebel-Material besticht auch heute noch durch seine Einfachheit und seine unbegrenzten Möglichkeiten!