Satzanalyse

Bei der Satzanalyse ist der Satzstern aus der Montessori-Pädagogik ein wertvolles Instrument, um Schritt für Schritt alle Elemente eines Satzes zu bestimmen und so seine syntaktische Struktur zu erkennen.

Satzanalyse mit dem Satzstern

Das Prädikat:

Bereits der erste Blick auf den Satzstern zeigt, welches Satzteil Ausgangs- und Mittelpunkt jeder Analyse ist: Der rote Kreis in der Mitte des Sterns steht für das Prädikat und beantwortet die Frage: „Was tut jemand?“

Die Jagd nach dem Prädikat:

Um mit dem Kind schrittweise den Aufbau eines Satzes zu erschließen, arbeitet man zu Beginn nur mit der beigefügten roten Holzscheibe, einem Bleistift und Papier.

Auf das Papier wird ein einfacher Arbeitsauftrag notiert, z.B.: „Drehe dich einmal um dich selbst." Das Kind führt den Auftrag aus und der Pädagoge schreibt ihn wörtlich auf den Zettel.

Der zweite Auftrag lautet: „Welches Wort sagt dir, was du tun sollst? Jetzt darf das Kind die Scheibe über das Prädikat „Drehe“ legen. Diese Übung wird einige Male mit verschiedenen Aufträgen wiederholt.

Der Satzstern

Der Einstieg in die Arbeit mit dem Satzstern gelingt am besten, wenn das Kind in die Formulierung eines Satzes miteingebunden wird.

Wir beginnen mit dem Prädikat. „Nenn ein Wort, das man tun kann!“ Das Kind sagt: „singt“. Wir schreiben das Verb auf und legen es in die Mitte des Satzsterns.

Es folgt die Frage nach dem Subjekt: „Wer singt?“ „Der Vogel singt.“ Zunächst ist es noch gar nicht wichtig, dass das Kind alle Begrifflichkeiten kennt. Am Anfang sollen nur die Funktionen der einzelnen Satzglieder und ihre Beziehungen zueinander verständlich gemacht werden. Durch gezieltes Fragen wird so das Satzverständnis der Kinder geweckt und eingeübt.

Stehen Prädikat und Subjekt fest, kann nach dem Objekt gefragt werden, also in unserem Beispiel: „Was singt der Vogel?“ Die Antwort lautet z.B. „ein Lied“ oder „eine Melodie“. Wieder schreiben wir das Objekt auf einen Zettel und legen ihn zum schwarzen „Wen? Was?“-Pfeil, also dem Pfeil des Akkusativobjektes. Der Satz lautet nun: „Der Vogel singt ein Lied.“ und ist grammatikalisch vollständig.

Nach und nach können die Fragen auf alle drei Objekte, also auch das Genitiv-, und das Dativobjekt erweitert werden, wenn das Satzgefüge es möglich macht.

Die orangen Pfeile des Satzsterns markieren die verschiedenen adverbiellen Bestimmungen. Auf die Frage „Wo?“ kann das Kind z.B. „im Wald“ antworten.

Liegen alle Satzteile an den richtigen Stellen des Satzstern an, können die Zettel weggenommen und gemischt werden. Das Kind kann nun den Satz rekonstruieren und versuchen, die Zettel wieder richtig anlegen.

Das Schöne am Satzstern ist, dass allein durch seine Gestaltung die Wertigkeit der einzelnen Satzteile deutlich wird. Ohne Prädikat gibt es keinen Satz, Das Subjekt ist ebenso notwendig, Objekte und adverbiale Bestimmungen sind zwar vom Prädikat abhängig, aber überwiegend optional.

Aufbauend auf die Arbeit mit dem Satzstern werden dann in den höheren Klassen die verschiedenen syntaktischen Begriffe eingeführt und angewendet. Die Struktur des Satzsterns hat sich bis dahin bei den meisten Schülern wohl so gut eingeprägt, dass der Satzstern auch, nur vor dem geistigen Auge anwesend, ein sicheres Hilfsmittel für die Bestimmung von Satzteilen ist.