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Hirnforschung und Montessoripädagogik

23 May, 2023

Hirnforschung und Montessoripädagogik

Das menschliche Gehirn

Das menschliche Gehirn ist das faszinierendste Organ, welches die Natur hervorgebracht hat. Das Hirn eines Erwachsenen besitzt etwa 100 Milliarden Nervenzellen (in Zahlen: 100.000.000.000 !) und wird bis heute in seiner Gesamtleistung von keinem Computer übertroffen. Die Hirnzellen sind über das Rückenmark mit dem ganzen Körper verbunden, so dass Sinnesreize im Bruchteil einer Sekunde weitergeleitet und im Gehirn wahrgenommen werden.

Unser Gehirn besteht aus linker und rechter Gehirnhälfte, die durch einen Balken miteinander verbunden sind. Dabei ist die linke Gehirnhälfte mit der rechten Körperhälfte verbunden, die rechte Gehirnhälfte mit der linken Körperhälfte. Vereinfacht gesagt ist die linke Gehirnhälfte ist die analytische, die rechte Gehirnhälfte die kreative. Das Gehirn ist aber keine starre Struktur, sondern wird ein Leben lang umgebaut. Besonders starke Veränderungen finden in der Pubertät statt, so dass oft Lernen wie bisher in diesem Alter kaum mehr möglich ist. Sogar im hohen Alter können durch intensive Beschäftigung noch neue Gehirnzellen und Verbindungen entstehen.

Was passiert beim Lernen?

Beim Lernen werden z.B. durch ein Spiel die Sinneszellen angeregt, die wiederum die Synapsen, also die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, aktivieren. So werden die Informationen von einer Nervenzelle zur nächsten weitergegeben. Je mehr Synapsen und Nervenzellen bei diesem Prozess aktiviert sind, desto nachhaltiger wird das neue Wissen im Gehirn verankert. 

Die moderne Hirnforschung über das Lernen

Es sind vor allem drei Voraussetzungen, die Lernen gelingen lassen: Das Interesse der Kinder, ihre Beziehung zu den PädagogInnen und ihre Selbstbestimmtheit.

  • Interesse:

„Sobald sich Schüler für etwas interessieren, eignen sie sich das Wissen in sehr kurzer Zeit an, und dann bleibt es auch hängen. Denn nur dann werden im Hirn Botenstoffe ausgeschüttet, die die Stabilisierung von neuen Netzwerken fördern.“

sagt Professor Gerald Hüther, Neurobiologe und Hirnforscher.

Die Montessoripädagogik unterstützt die Eigeninitiative der Kinder. Sie dürfen nach ihren persönlichen Interessen und im eigenen Tempo lernen. Die PädagogInnen gehen davon aus, dass jedes Kind lernen will und sie unterstützen die Kinder gerne in ihren jeweiligen Interessensgebieten.

  • Beziehung

Genauso, wie spannende Lerninhalte das Gehirn dazu anregen, vermehrt Botenstoffe auszuschütten, sorgt die positive Beziehung zum Pädagogen dafür, dass angenehme Emotionen das Lernen begleiten und ebenso Botenstoffe ausgeschüttet werden. Natürlich gibt es diese guten Beziehungen auch in Regel-Einrichtungen, aber bei Montessori stehen das Vertrauen in die Kinder und ihre liebevolle Begleitung sozusagen auf dem Banner.

  • Selbstbestimmtes Lernen

Eigeninitiative ist eine nicht zu unterschätzende Kraft. Für jedes Kind ist es beglückend, eine Sache von der ersten Idee bis zu ihrer Verwirklichung selbständig zu realisieren. Durch seine Begeisterung setzt es nicht nur viel Energie frei, sondern kann durch die starken Emotionen auch kognitiv zu Höchstleistungen gelangen.

 

Lernen gelingt also am besten, wenn starke Emotionen mit im Spiel sind. Gefühle und Verstand sind offenbar nicht soweit voneinander entfernt, wie wir das gerne glauben. Vielmehr ergänzen sie sich zu einem wechselseitigen Zusammenspiel, welches das Beste aus dem ganzen Menschen herausholt.

 

Autorin: Marie Laschitz                 Bildnachweis: Shutterstock/sutadimages

 

 

 

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