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Montessori Pädagogik

Montessoripädagogik - eine Haltung

23 May, 2023

Montessoripädagogik - eine Haltung

Körperhaltung

Bei dem Begriff „Haltung“ denken wir vielleicht zunächst an die Körperhaltung. Ob ein Mensch gebückt oder mit geradem Rücken durch´s Leben geht, macht einen Unterschied. Die physische Haltung wird durch körperliche und psychische Faktoren beeinflusst und lässt sich nicht ohne weiteres verändern. Wir müssen schon konsequent trainieren, um einen gekrümmten Rücken wieder dauerhaft aufzurichten. Wir brauchen Körperbewusstsein, Selbstbewusstsein und Ausdauer, um eine schlechte Haltung nachhaltig zu verbessern. Körper und Seele hängen untrennbar miteinander zusammen. Unser Körper ist in gewisser Weise Ausdruck unserer Seele. Nicht umsonst wird beispielsweise beim Meditieren dazu angeleitet, den Rücken gerade, aber entspannt zu halten. Diese Haltung hilft auch innerlich, wach und achtsam zu sein. Es besteht also ein gewisses Wechselspiel zwischen Innerer und Äußerer Haltung.

Innere Haltung

Wie aber verhält es sich mit der Inneren Haltung? Wo liegen die Parallelen zwischen äußerer und Innerer Haltung? Hat jeder Mensch selbstverständlich eine Innere Haltung? Schauen wir uns den Begriff der „Inneren Haltung“ einmal genauer an.

Die Innere Haltung ist mehr als eine Ansammlung von einzelnen Ansichten und Meinungen. Sie ist vielmehr eine tiefe Überzeugung, die im Lauf der Jahre mit unserer Persönlichkeit verschmilzt. Eine Innere Haltung muss nicht immer mit Worten ausgedrückt werden, sie ist oft auch gerade in der Stille spürbar. Häufig geht die Innere Haltung mit einer bestimmten Weltanschauung zusammen. So merkt man es z.B. einem Menschen an, wenn er sein Leben lang Gutes im Sinn hatte.

Innere Haltung und Verwirklichung

Bewahrt uns die Innere Haltung vor jedem Fehler, jedem Streit und jedem Ausrutscher? Wohl kaum. Menschen machen Fehler. Doch hilft die Innere Haltung dabei, den Fehler richtig einzuordnen und für die Zukunft gute Vorsätze zu entwickeln. Oft hilft uns die Innere Haltung auch, ganz spontan genau das Richtige zu tun, ohne viel Nachzudenken. Z.B. bei einem Unfall zeigt sich sehr schnell, welche Innere Haltung ein Mensch besitzt. Leistet er Erste Hilfe, beobachtet er bloß das Geschehen aus der Ferne oder filmt er sogar den Unfall mit seinem Handy? 

Um eine Innere Haltung entwickeln zu können, brauchen wir ethische Werte. Deshalb ist es so entscheidend wichtig, dass PädagogInnen diese Werte nicht nur vermitteln, sondern auch vorleben. In einer Gesellschaft, die immer mehr unter dem Verlust an allgemeinen Werten leidet, kommt ErzieherInnen und PädagogInnen eine elementar wichtige Aufgabe zu: Kindern zu vermitteln, wie Gesellschaft funktioniert. Mit Wertschätzung, Respekt, Hilfsbereitschaft und Toleranz.

Die Innere Haltung bei Montessori

Das Wunderbare an der Montessoripädagogik ist es, dass sie nicht nur effektives didaktisches Material bereithält, um das Weltverständnis der Kinder zu unterstützen, sondern auch einen ethischen Überbau anbietet, den Maria Montessori im Lauf ihres Lebens entfaltet hat. 

Über die Ethik Maria Montessoris ist bereits viel geschrieben worden. An dieser Stelle sei nur daran erinnert, dass die Reformpädagogin ihre Ethik nicht aus dem Nichts heraus entwickelt hat, sondern sich diese stimmig aus ihrem religiösen, kosmischen Weltbild ergibt. Sie besagt, dass der Mensch in einem geordneten und sinnvollen Kosmos seinen Platz hat und geborgen ist. Alles hängt mit allem zusammen. Daraus wächst unsere Verantwortung für das Leben auf unserem Planeten. Wertschätzung und das tiefe Verständnis, dass der kleine Mensch die Welt am besten mit liebevoller Begleitung selbst erforscht und erkennt, entstehen aus dieser Haltung wie von selbst. 

Autorin: Marie Laschitz                         Bildnachweis: Shutterstock/Nita Yuko

 

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