SINNESERZIEHUNG NACH MONTESSORI

SINNESERZIEHUNG NACH MONTESSORI

Kennen Sie das? Die Hände voller Einkaufstüten, Menschen hasten achtlos vorbei und zuhause warten zwei ausgehungerte Kinder – plötzlich bleiben sie stehen, halten inne und nehmen einen wunderbaren Duft war. Die warmen Frühlingstage haben den ersten Flieder aufblühen lassen und sein Geruch versetzt sie augenblicklich in die verträumten und friedlichen Nachmittage ihrer Kindheit.

Kein anderer Sinn weckt so unvermittelt Erinnerungen in uns wach wie der Geruchssinn. Die Wissenschaft hat dafür eine Erklärung: Unsere Sinneseindrücke werden zunächst im Thalamus geprüft, bevor sie in die Hirnrinde wandern, Gerüche allerdings wandern ohne diesen Filter unmittelbar in das limbische System. Dort verbinden sie sich, vereinfacht gesagt, mit unseren Gefühlen und verankern sich so besser in unserem Gedächtnis als andere, gefilterte Sinneseindrücke.

Aber auch die anderen menschlichen Sinne, der Sehsinn, der taktile Sinn, der Geschmackssinn und der Hörsinn sind eng mit den kognitiven Fähigkeiten des Gehirns verbunden. Je intensiver ein sinnlicher Eindruck, umso leichter findet diese Erfahrung den Weg in unser Gedächtnis, im positiven wie auch im negativen Kontext.

Maria Montessori war sich dieser Tatsache sehr bewusst und entwickelte ihre Materialien nach genau diesen Aspekten, ganz besonders das sogenannte Sinnesmaterial.

Der Klassiker des Sinnesmaterials ist der Rosa Turm für Kleinkinder. 10 Kuben in abgestufter Größe vermitteln den Kindern taktile Erfahrungen zu den Themen klein-groß, leicht-schwer und hoch-tief. Die Einfarbigkeit des Turms unterstützt die Konzentration auf die unterschiedlichen Eigenschaften der Kuben (Isolation der Eigenschaften).

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.