FREMDSPRACHENUNTERRICHT

Schon Maria Montessori beobachtete vor vielen Jahren, dass die sensible Phase für die Sprachentwicklung sehr früh bei den Kindern angesiedelt ist. In diesen sensiblen Phasen lernen die Kinder einen bestimmten Bereich scheinbar mühelos. Sie sind für diesen Bereich offen und besonders empfänglich. Bis zum vierten Lebensjahr ist es für die Kinder ein leichtes, jegliche Sprache zu erlernen. Dies gilt nicht nur für die Muttersprache, sondern auch für die Fremdsprache.

Je weiter wir uns von dieser sensiblen Phase entfernen, desto mühevoller und anstrengender wird es für das Kind eine Sprache zu erlernen. Daher sollte auch der Fremdsprachenunterricht möglichst früh beginnen.

In den ersten Jahren der Grundschulzeit erfolgt der Fremdsprachenunterricht auf spielerische und ungezwungene Art und Weise. Er bietet vielfältige Begegnungen mit der Fremdsprache und beruht auf dem Prinzip der Mündlichkeit. Die Begegnung mit der fremden Sprache soll Freude am Umgang mit der Sprache wecken und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit fördern und fordern.

Der Fremdsprachenerwerb erfolgt in den ersten Schulbesuchsjahren zum Teil unbewusst und beinhaltet spielerische, musische und kreative Schwerpunkte. Das Hörverstehen steht im Vordergrund, da die Kinder dieser Altersstufe eine ausgeprägte Bereitschaft zum Zuhören, Nachsprechen, Nachspielen und Mitspielen aufweisen. Erst im späteren Verlauf kommen das Lesen und Schreiben in der Fremdsprache hinzu und übernehmen eine Art Stützfunktion des Gelernten. Fremdsprachenunterricht folgt dabei nicht mehr den Instruktionen der Lehrkraft, sondern richtet sich vielmehr nach der Lebenswelt der Kinder und ihren Interessen. Künstlich geschaffene Lernsituationen und stures Auswendiglernen sollen vermieden werden.

Auch der Fremdsprachenunterricht an einer Montessorischule ist, als integrativer Bestandteil und Teil des Erziehungsauftrages nach den Prinzipien Maria Montessoris, besonders in die Freiarbeit einzubinden. Das Erlernen der Fremdsprache erfolgt hier im Sinne einer stückweiten Eroberung der neuen Sprache. Fremdsprachen können in der Freiarbeit durch das Konzept der Kosmischen Erziehung mühelos eingebunden werden. Die Kosmische Erziehung bietet den Kindern dabei ein weites Feld und die unterschiedlichsten Anknüpfungspunkte mit vielfältigen Materialien.

Da Maria Montessori die Kosmische Erziehung als Überbau aller Lernbereiche sah, dessen Ziel es ist die Kinder im Heranwachsen zu fördern und ihnen zu helfen ihren Platz in der Welt zu finden, macht es wenig Sinn, die Fremdsprachen aus der Freiarbeit heraus zu lassen. Die Kosmische Erziehung ist daher weit mehr als der Sachunterricht an einer Regelschule und ideal mit den Fremdsprachen zu kombinieren.

In der Freiarbeit werden daher Materialien aus den Bereichen der Kosmischen Erziehung, Sprache und diverses Sinnensmaterial auch in englischer Sprache angeboten. Den Kindern werden von den Lernbegleiterinnen immer wieder auch Einführungen in englischer Sprache gegeben. Zudem stehen den Kindern altersgemäße Bücher in englischer Sprache zur Verfügung. Die Nutzung neuer Medien, wie Computer und Hörstifte, weckt zusätzlich die Lernmotivation und hilft den Wortschatz individuell zu erweitern./p>

Ergänzend zum natürlichen Fremdsprachenlernen in der Freiarbeit, werden den Kindern Kurse angeboten, in denen sie die englische Aussprache und das gezielte Hörverstehen einüben können. Diese differenzierten Kurse sind vornehmlich „Conversation“ oder „Story-Reading“-Kurse, die sich an den Interessen der Kinder und an aktuellem Tagesgeschehen orientieren. Während der ergänzenden Fremdsprachenkurse, wird mit den Kindern nur in der zu erlernenden Sprache kommuniziert. Die Immersionsmethode wird besonders angestrebt.

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