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Die Prinzipien des Montessori-Materials

04.02.2016 10:07 von Yvonne Busse

Das Montessorimaterial ist ein Kernstück der vorbereiteten Umgebung und folgt damit auch festgelegten Prinzipien. Egal, ob klassisches Material oder Ergänzungsmaterial, alle Materialien unterliegen diesen Prinzipien, um im Sinne Maria Montessoris während der Freiarbeit eingesetzt werden zu können.

Isolation der Eigenschaft

Der Fokus des Materials liegt auf einer einzigen Eigenschaft (z.B. der Größe, der Farbe oder der Beschaffenheit). Dieses Materialprinzip führt zu einer inneren Ordnung, zu einem geordneten Geist. Die isolierten Lerninhalte können so schneller erfasst und gelernt werden. Das Kind wird so nicht von einer Vielzahl von Reizen abgelenkt und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Gliederung 

Die Materialien folgen sowohl einer vertikalen, als auch einer horizontalen Gliederung.

Unter der vertikalen Gliederung versteht man die allmählich zunehmenden Schwierigkeitsstufen eines Materials. So kann ein Material individuell, je nach Entwicklungsstand des Kindes, eingesetzt  werden. Das Kind wird durch das Material demnach nicht unterfordert, aber auch nicht überfordert.

Die horizontale Gliederung ermöglicht Parallelübungen und Variationen mit dem Material. So bleibt ein Lerngegenstand länger im Fokus und das Kind kann sich bei der Arbeit gut vertiefen. Ein  einzelnes Material kann daher mit zahlreichen Abwandlungen über einen längeren Zeitraum genutzt  und bearbeitet werden.

Selbstkontrolle

Die Selbstkontrolle ermöglicht dem Kind einen weitgehend eigenständigen Umgang mit dem Material. Durch die Fehlerkontrolle lernt das Kind sich unabhängig von einer Lehrperson selber einzuschätzen und sich seiner Fähigkeiten bewusst zu werden. Es gibt, je nach Material, unterschiedliche Fehlerkontrollen.

Begrenzung

Jedes Material ist genau einmal in der vorbereiteten Umgebung vorhanden. Kinder lernen so sich abzusprechen, zu warten, soziale Kontakte einzugehen, gemeinsam zu lernen und auch mal eigenen Bedürfnisse zurückzustecken .

Auch die Arbeitsflächen sind begrenzt (Tische, Teppiche). Die meisten Arbeiten werden auf einem Teppich verrichtet. Der Teppich dient dem Kind und den Mitschülern als Begrenzung und Rahmen für eine Materialarbeit.

Ästhetik

Montessorimaterial sollte stets ansprechend aussehen und einen hohen Aufforderungscharakter haben. Jedes Material hat seinen festen Platz im Raum und wird nach Beendigung einer Arbeit behutsam zurück gestellt. Mit den Lernmaterialien wird stets achtsam und pfleglich umgegangen. 

Aktivität

Das Material lädt zur Arbeit mit ihm ein. Es darf benutzt werden, d.h. berührt, beschaut, benutzt werden. Der natürliche Bewegungsdrang des Kindes wird berücksichtigt.

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Grundgedanken

23.11.2015 11:54 von Yvonne Busse

Grundgedanken der Montessoripädagogik

Maria Montessori war eine beeindruckende Frau, die ihr Leben den Kindern widmete. Schon in ihrer Jugend musste sie für ihre Ziele und Wünsche kämpfen und so ging sie als einziges Mädchen auf ein naturwissenschaftliches Jungengymnasium. Auch später wählte sie nie den leichten Weg, sondern stand für ihre Überzeugungen ein. 1896 wurde sie für ihren Kampfgeist belohnt und wurde Italiens erste Ärztin. Sie spezialisierte sich auf Kinderheilkunde und arbeitete in einer Kinderpsychatrie. Dort wurde ihr bewusst, dass Kinder nicht nur untergebracht werden müssen, sondern dass Kinder Anreize brauchen um sich entwickeln zu können. Sie beschäftigte sich daraufhin mit den Werken von Seguin und Itard und knüpfte an deren Grundgedanken an. Darauf aufbauend entwickelte Maria ihre eigene Pädagogik und ihre didaktischen Materialien. 

Erzählung über das Leben der Maria Montessori

Montessori hat sich stets an den individuellen Bedürfnissen des Kindes orientiert und das Kind in den Mittelpunkt des Lernens gestellt. Aus ihrer Forschung und ihren Beobachtungen heraus, ergaben sich pädagogische Ziele, die auch in der heutigen Zeit noch höchsten Stellenwert genießen und in der täglichen Arbeit mit den Kindern umgesetzt werden. Marias wichtigster Grundsatz war, dass man dem Kind folgen und auf dessen Zeichen achten muss, denn nur so kann der Lehrer den individuellen Weg des Kindes erkennen und es auf diesem Weg begleiten. Sie hatte ein tiefes Vertrauen in die Kinder und in deren eigene Kräfte. Doch auch schon damals war das Kind nicht gänzlich „frei“ im Sinne von „laisser faire“. Durch die Materialien, die in der vorbereiteten Umgebung ihren Platz haben, ist ein gewisses Curriculum vorgegeben. In der Freien Arbeit wird das Kind von dem Lehrer begleitet und auch motiviert. 

Diese wichtigen Grundprinzipien der Pädagogik haben alle Montessorieinrichtungen auf dieser Welt gemeinsam. Darum ist es auch wenig verwunderlich, dass sich Montessori Klassenräume auf der ganzen Welt sehr ähneln. Damit die Standards überall annähernd gleich sind, legt die Association Montessori Internationale (AMI) die Inhalte der Ausbildungskurse fest und sichert somit den fachgerechten Umgang mit den Materialien und die ursprünglichen Leitgedanken Maria Montessoris:

  1. Montessori Pädagogik hat immer einen hohen Grad an Internationalität und vergleichbaren Standards.

  2. Montessori Pädagogik bedeutet immer auch Friedenspädagogik über alle ethnischen, sozialen und religiösen Grenzen hinweg. 

  3. Montessori Pädagogik fördert und fordert individuelle Intelligenz und kreatives Problemlöseverhalten. Die Kinder werden zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erzogen. 

  4. Alle pädagogischen Einrichtungen, die nach dem Prinzip von Montessori arbeiten, müssen sich nach der  Entwicklung der Kinder richten, weil sie die Kinder sonst aus dem Blick verlieren. 

  5. Auch wenn es in Montessori Klassen viele Bücher gibt, ist man weit entfernt von der klassischen Buchschule. Montessori Schulen sind immer Erfahrungsschulen des sozialen Lebens.

  6. Montessori Einrichtungen sind für alle Kinder da. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Lernschwachen und Hochbegabten Behinderten und Nichtbehinderten, Einheimischen und Einwanderern, Armen und Reichen.

  7. Montessori Schulen sind immer auch Leistungsschulen, weil Kinder etwas leisten wollen, wenn man ihnen viel Anregung bietet und sie selbstständig arbeiten lässt.

  8. Ist die Montessori Pädagogik richtig umgesetzt, halten die reformpädagogischen Schulen dem Vergleich mit Regelschulen stand und schneiden oft sogar besser ab.

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