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Prinzipien einer modernen Pädagogik

13.03.2013 11:28 von Yvonne Busse

Maria Montessori war eine beeindruckende Frau, die ihr Leben den Kindern widmete. Schon in ihrer Jugend musste sie für ihre Ziele und Wünsche kämpfen und so ging sie als einziges Mädchen auf ein naturwissenschaftliches Jungengymnasium. Auch später wählte sie nie den leichten Weg, sondern stand für ihre Überzeugungen ein. 1896 wurde sie für ihren Kampfgeist belohnt und wurde Italiens erste Ärztin. Sie spezialisierte sich auf Kinderheilkunde und arbeitete in einer Kinderpsychatrie. Dort wurde ihr bewusst, dass Kinder nicht nur untergebracht werden müssen, sondern dass Kinder Anreize brauchen um sich entwickeln zu können. Sie beschäftigte sich daraufhin mit den Werken von Seguin und Itard und knüpfte an deren Grundgedanken an. Darauf aufbauend entwickelte Maria ihre eigene Pädagogik und ihre didaktischen Materialien. 

Montessori Praxis 2

Montessori hat sich stets an den individuellen Bedürfnissen des Kindes orientiert und das Kind in den Mittelpunkt des Lernens gestellt. Aus ihrer Forschung und ihren Beobachtungen heraus, ergaben sich pädagogische Ziele, die auch in der heutigen Zeit noch höchsten Stellenwert genießen und in der täglichen Arbeit mit den Kindern umgesetzt werden. Marias wichtigster Grundsatz war, dass man dem Kind folgen und auf dessen Zeichen achten muss, denn nur so kann der Lehrer den individuellen Weg des Kindes erkennen und es auf diesem Weg begleiten. Sie hatte ein tiefes Vertrauen in die Kinder und in deren eigene Kräfte. Doch auch schon damals war das Kind nicht gänzlich „frei“ im Sinne von „laisser faire“. Durch die Materialien, die in der vorbereiteten Umgebung ihren Platz haben, ist ein gewisses Curriculum vorgegeben. In der Freien Arbeit wird das Kind von dem Lehrer begleitet und auch motiviert. 

Diese wichtigen Grundprinzipien der Pädagogik haben alle Montessorieinrichtungen auf dieser Welt gemeinsam. Darum ist es auch wenig verwunderlich, dass sich Montessori Klassenräume auf der ganzen Welt sehr ähneln. Damit die Standards überall annähernd gleich sind, legt die Association Montessori Internationale (AMI) die Inhalte der Ausbildungskurse fest und sichert somit den fachgerechten Umgang mit den Materialien und die ursprünglichen Leitgedanken Maria Montessoris:

 

-Montessori Pädagogik hat immer einen hohen Grad an Internationalität und vergleichbaren Standards.

 

-Montessori Pädagogik bedeutet immer auch Friedenspädagogik über alle ethnischen, sozialen und religiösen Grenzen hinweg.

 

-Montessori Pädagogik fördert und fordert individuelle Intelligenz und kreatives Problemlöseverhalten. Die Kinder werden zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erzogen. 

 

-Alle pädagogischen Einrichtungen, die nach dem Prinzip von Montessori arbeiten, müssen sich nach der  Entwicklung der Kinder richten, weil sie die Kinder sonst aus dem Blick verlieren. 

 

-Auch wenn es in Montessori Klassen viele Bücher gibt, ist man weit entfernt von der klassischen Buchschule. Montessori Schulen sind immer 

Erfahrungsschulen des sozialen Lebens.

 

-Montessori Einrichtungen sind für alle Kinder da. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Lernschwachen und Hochbegabten, Behinderten und Nichtbehinderten, Einheimischen und Einwanderern, Armen und Reichen.

 

-Montessori Schulen sind immer auch Leistungsschulen, weil Kinder etwas leisten wollen, wenn man ihnen viel Anregung bietet und sie selbstständig arbeiten lässt.

 

-Ist die Montessori Pädagogik richtig umgesetzt, halten die reformpädagogischen Schulen dem Vergleich mit Regelschulen stand und schneiden oft sogar besser ab.

 

Zu diesen Leitgedanken, legt die AMI auch großen Wert auf einen bilingualen Unterricht. Da die Arbeit mit den Montessori Materialien sehr handlungsorientiert ist, lernen Kinder die Fremdsprache leicht. In Montessori Einrichtungen herrscht überwiegend das Prinzip der Immersionsverfahren. Jede Lehrkraft spricht daher nur in der jeweiligen Muttersprache mit den Kindern.  Der konsequente Einsatz der Fremdsprache in allen Situationen des Alltags, als Umgangs- und Arbeitssprache, ermöglicht einen Fremdsprachenerwerb ähnlich dem Erlernen der Muttersprache. Beide Sprachen sind dabei gleichberechtigt und werden zu gleichen Teilen im Unterricht benutzt.

 

Wie lässt sich dies nun mit den heutigen Anforderungen, die der Staat an alle Bildungseinrichtungen hat, vereinbaren?

Seit kurzem gibt es in einigen Bundesländern keine klassischen Lehrpläne mehr, die sehr enge Vorgaben beinhalten, sondern Curricula, die an den kindlichen Kernkompetenzen orientiert sind. In den Curricula werden demnach die angestrebten Ergebnisse des Lernens in Form von Könnenserfahrungen beschrieben. Zu Abschluss eines Bildungsganges, zum Beispiel am Ende der vierten Klasse, sollen die Schüler verbindliche Schwerpunkte eines Faches gelernt haben. Die Art und Weise der Vermittlung und die inhaltliche Konkretisierung ist dabei nicht fest vorgegeben. Vernetztes Lernen an geeigneten Inhalten in für Kinder lebensweltlich bedeutsamen Zusammenhängen steht nun im Vordergrund. Dies kommt der Montessori Pädagogik und dem übergeordneten Bereich der Kosmischen Erziehung sehr zu Gute. Zusätzlich wird in den neuen Curricula auf überfachliche Kompetenzen gesetzt. Bei diesen überfachlichen Kompetenzen geht es vermehrt um das Zusammenwirken von Fähigkeiten und Fertigkeiten, um die personale und soziale Anordnungen, sowie um die kindlichen Einstellungen und Haltungen. Auch dies kommt uns nicht neu vor, wenn wir uns die Leitgedanken Maria Montessoris ins Gedächtnis rufen. Schule und die einzelnen Fächer sind nun nicht mehr losgelöst und existieren nebeneinander, sondern Ziele und Inhalte orientieren sich an der kindlichen Lebenswelt. Zudem ermöglichen die überfachlichen Kompetenzen das Kind in das Zentrum seines eigenen  Lernens zu stellen. Wissen wird nicht „vorgekaut“, sondern die Kinder werden aktiv gefordert sich am Lernprozess zu beteiligen und das soziale Miteinander rückt stärker in den Fokus. Die Vorbereitung und die Lernbegleitung obliegt natürlich der Lehrkraft. Auch in diesem Punkt werden wir stark an Maria Montessori und die veränderte Rolle des Lehrers, die vorbereitete Umgebung und die kindlichen Selbstständigkeit erinnert. 

Die zu lernenden Kompetenzen sollen am Ende eines Bildungsganges vorhanden sein. Dies lässt der Schule, ganz im reformpädagogischen Sinne, die Freiheit Lerninhalte an die sensiblen Phasen des Kindes anzupassen. Jeder lernt in seinem Tempo und seiner sensiblen Phase entsprechend. Die besten Vorraussetzungen für eine Freiarbeit mit individuellen Lerninhalten.

Montessori Praxis 3

Natürlich werden die Lernziele vom Staat festgelegt und alle Lehrkräfte müssen für die Einhaltung eben dieser sorgen. Da Bildung und damit auch Schule in die Verantwortung des Landes fällt, sind auch die Vorgaben vom Staat verbindlich. Schulpflicht wird dementsprechend nur erfüllt, wenn Kinder staatliche Schulen oder vom Staat genehmigte/anerkannte Ersatzschulen besuchen. So soll eine einheitliche Grundbildung der Kinder gewährleistet werden. 

An diesen Vorgaben kommt keine Schule, wenn sie den Kindern die Erfüllung der Schulpflicht ermöglichen will, vorbei! Die Ziele sind also klar definiert und in den Curricula benannt. Durch die Offenheit und die pädagogische Freiheit, die den Lehrkräften in den Bundesländern gewährt wird, kann der Weg vielfältig ausgestaltet werden. Die Montessori Pädagogik ist eine Möglichkeit diese Ziele zu erreichen. War es vor einigen Jahren noch sehr mühsam Lernziele, Bildungsstandards und Vorgaben mit der Montessori Pädagogik und den didaktischen Materialien zu vereinen, so wird es nun geradezu lächerlich einfach. Ausgebildete Lehrkräfte können die eine oder andere Lücke, die die verbindlichen Vorgaben mit sich bringen, ganz im Sinne reformpädagogischer Ausrichtung füllen und so ein Gesamtkonzept anbieten, das den Kindern voll und ganz zu Gute kommt. Nicht umsonst wird die Montessori Pädagogik immer beliebter. 

Montessori Praxis 4

Montessori Schulen ermöglichen den Kindern ein selbstgesteuertes Lernen, Freude an den Lerninhalten, handlungsorientiertes und vernetztes Lernen, ganzheitliches Lernen, sich als soziales Individuum in einer Gemeinschaft zu erleben, eigene Stärken bewusst wahrzunehmen, respektvollen Umgang miteinander - und das alles im Sinne der Erfüllung verbindlicher Lernziele und Bildungsstandards. Staatliche Vorgaben und Montessori Pädagogik müssen sich also nicht kontrovers gegenüber stehen. Die Bildungsstandards zeigen die Kompetenzen auf, die die Kinder erlernen sollen, und die Montessori Pädagogik ist der schönste und kindgerechteste Weg zu diesen Zielen.

Die hier gezeigten Bilder direkt aus der Praxis stammen von der Freien Montessori-Schule Darmstadt.


 

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