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Die Fehlerfreundlichkeit in der Montessori-Pädagogik

17.11.2017 18:45 von Marie Laschitz
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Die Fehlerfreundlichkeit in der Montessori-Pädagogik

Jonas hat sich mit dem kleinen Rechenrahmen und der dazugehörigen Arbeitskartei in die Leseecke zurückgezogen und grübelt über den Aufgaben zur Addition. Der Zehnerübergang macht ihm zunächst Schwierigkeiten. Sein Ergebnis stimmt nicht mit der Lösung auf der Rückseite überein. Er rechnet das Beispiel nochmal durch und dann versteht er plötzlich, wie es funktioniert. Die folgenden Aufgaben kann er alle alleine richtig lösen.

Jonas lernt aus seinen Fehlern, ohne dass jemand mit rotem Stift seine Aufgaben verbessert. Ohne, dass ihn jemand zurechtweist, dass er einen Fehler gemacht hat. Ohne, dass er an der Tafel aufgeregt und ängstlich etwas vorrechnen muss.

Er lernt selbständig mit einer Arbeitskartei, die eine Fehlerkontrolle unabhängig von der Bewertung eines Erwachsenen ermöglicht.

Neben den Arbeitskarteien bietet fast jedes Montessori-Material die Möglichkeit zur Selbstkontrolle, z.B. beim Schlangenspiel durch die Länge der Perlenstäbe.

Das Material selbst gibt dem Kind die Möglichkeit zur Korrektur, ohne dass es dabei von außen kritisiert oder gar diffamiert wird.

In vielen Montessori-Einrichtungen ist die Freundlichkeit Fehlern gegenüber fest im Konzept verankert. Diese aufgeschlossene und verständnisvolle Haltung den menschlichen Fehlern gegenüber geht natürlich auf Maria Montessori selbst zurück. Eines ihrer berühmtesten Zitate lautet:

"Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen."

Der Impuls, als befähigter Erwachsener dem Kind seine Anstrengung abnehmen und es unterstützen zu wollen, ist zunächst sehr groß und nicht zu unterschätzen. Erst wenn wir reflektieren, wie wir das Kind tatsächlich am Besten unterstützen können, lernen wir, einen Schritt zurückzutreten und dem Kind den nötigen Lernraum zu lassen. Erst dann beginnt das Kind, auf seine eigenen Fähigkeiten zu vertrauen und sich auch durch Fehler nicht entmutigen zu lassen.

In ihrem Buch "Das kreative Kind" legt Maria Montessori den Pädagogen nahe,

"dem Fehler gegenüber ein freundschaftliches Verhalten an den Tag zu legen

und ihn als einen Gefährten zu betrachten, der mit uns lebt und einen Sinn hat"



Weder der Fehler selbst noch derjenige, der ihn begangen hat, wird hier negativ bewertet. Im Gegenteil. Ein Fehler bietet die Chance, noch einmal genau hinzusehen und zu erkennen, was noch gelernt und verstanden werden soll.

Der Fehler hat einen Sinn, wie Montessori schreibt, weil er Orientierung bietet, wo sich der Lernende gerade befindet. Gleich einer Landkarte wird abgesteckt, welche Bereiche noch erschlossen werden sollen.

Jeder Fehler ermöglicht eine hilfreiche Selbsteinschätzung und bereitet den Weg für den Aufstieg zu einer höheren Wissensstufe.



Ein letzter Aspekt der Fehlerfreundlichkeit ist zugleich der Bedeutendste.

Kinder, die sich selbst ihre Fehler verzeihen können, werden im Umgang mit der Realität stärker und stabiler werden. Der psychologische Schlüsselbegriff hierzu heißt "Frustrationstoleranz".

Für ein erfolgreiches Berufsleben und ein erfülltes Privatleben ist es schon fast ein Geheimrezept, wie wir es gelernt haben,mit Tiefschlägen und Krisen umzugehen.

Nur, wenn ich mir einen Fehler eingestehe und ihn akzeptiere, kann ich davon profitieren und es in Zukunft besser machen.



Natürlich springt der Funke im Umgang mit unseren Fehlern auch auf den Umgang mit unseren Mitmenschen über. Je mehr ich mit meinen eigenen Fehlern Freundschaft schließe, umso leichter gelingt mir das auch bei den Anderen.

Fehler gehören zum Menschsein einfach dazu. Schön, wenn wir das mit Akzeptanz und Humor nehmen können und es den Kindern wohlwollend vermitteln.


 

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