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Montessori Lernwelten Blog

Die Prinzipien des Montessori-Materials
04.02.2016 10:07 von Yvonne Busse
Kategorie: Pädagogik

Das Montessorimaterial ist ein Kernstück der vorbereiteten Umgebung und folgt damit auch festgelegten Prinzipien. Egal, ob klassisches Material oder Ergänzungsmaterial, alle Materialien unterliegen diesen Prinzipien, um im Sinne Maria Montessoris während der Freiarbeit eingesetzt werden zu können.

Isolation der Eigenschaft

Der Fokus des Materials liegt auf einer einzigen Eigenschaft (z.B. der Größe, der Farbe oder der Beschaffenheit). Dieses Materialprinzip führt zu einer inneren Ordnung, zu einem geordneten Geist. Die isolierten Lerninhalte können so schneller erfasst und gelernt werden. Das Kind wird so nicht von einer Vielzahl von Reizen abgelenkt und kann sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Gliederung 

Die Materialien folgen sowohl einer vertikalen, als auch einer horizontalen Gliederung.

Unter der vertikalen Gliederung versteht man die allmählich zunehmenden Schwierigkeitsstufen eines Materials. So kann ein Material individuell, je nach Entwicklungsstand des Kindes, eingesetzt  werden. Das Kind wird durch das Material demnach nicht unterfordert, aber auch nicht überfordert.

Die horizontale Gliederung ermöglicht Parallelübungen und Variationen mit dem Material. So bleibt ein Lerngegenstand länger im Fokus und das Kind kann sich bei der Arbeit gut vertiefen. Ein  einzelnes Material kann daher mit zahlreichen Abwandlungen über einen längeren Zeitraum genutzt  und bearbeitet werden.

Selbstkontrolle

Die Selbstkontrolle ermöglicht dem Kind einen weitgehend eigenständigen Umgang mit dem Material. Durch die Fehlerkontrolle lernt das Kind sich unabhängig von einer Lehrperson selber einzuschätzen und sich seiner Fähigkeiten bewusst zu werden. Es gibt, je nach Material, unterschiedliche Fehlerkontrollen.

Begrenzung

Jedes Material ist genau einmal in der vorbereiteten Umgebung vorhanden. Kinder lernen so sich abzusprechen, zu warten, soziale Kontakte einzugehen, gemeinsam zu lernen und auch mal eigenen Bedürfnisse zurückzustecken .

Auch die Arbeitsflächen sind begrenzt (Tische, Teppiche). Die meisten Arbeiten werden auf einem Teppich verrichtet. Der Teppich dient dem Kind und den Mitschülern als Begrenzung und Rahmen für eine Materialarbeit.

Ästhetik

Montessorimaterial sollte stets ansprechend aussehen und einen hohen Aufforderungscharakter haben. Jedes Material hat seinen festen Platz im Raum und wird nach Beendigung einer Arbeit behutsam zurück gestellt. Mit den Lernmaterialien wird stets achtsam und pfleglich umgegangen. 

Aktivität

Das Material lädt zur Arbeit mit ihm ein. Es darf benutzt werden, d.h. berührt, beschaut, benutzt werden. Der natürliche Bewegungsdrang des Kindes wird berücksichtigt.

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Wortarten üben
08.12.2015 21:16 von Yvonne Busse
Kategorie: Materialien im Einsatz

Kreativer Umgang mit Wortartensymbolen

Die Bestimmung der Wortarten gehört zur täglichen Arbeit eines Montessorilehrers dazu. Klassische Materialien gibt es viele, doch oft wecken diese nicht das Interesse der Kinder. Ein zeitgemäßer und situativer Umgang mit den Wortarten bringt Spaß und weckt die Neugierde der Kinder. Auch wenn die Kinder noch nicht alle Wortarten und ihre Symbole kennen, so können sie doch mit Gedichten und Liedtexten arbeiten. Oft kommt man dabei mit den Kindern in das Gespräch über eine Wortart. Nicht selten finden die Kinder bei einer solchen Arbeit gefallen an einer bestimmten Wortart und möchten diese nun erlernen oder näher beleuchten.

Schreibt man als Lehrkraft Liedzeilen oder Gedichte auf großformatiges Papier, kann man den Kindern eine Gruppenarbeit zum Thema ermöglichen. Auch hier finden oftmals interessante Gespräche über die Wortarten und ihre Funktionen statt. Man bespricht sich oder erklärt noch einmal und entscheidet sich dann gemeinschaftlich für eine Wortart. Das Malen der großen und bunten Symbole bereitet den Kindern noch zusätzlich Freude.

Man kann sich mit den Wortartensymbolen auch kleine Rätselaufgaben stellen.

Probieren Sie es doch einmal aus ;)


Für eine weihnachtliche Wortartenübung haben wir ein schönes Gratismaterial für Sie vorbereitet. 

https://www.montessori-material.de/tpl/download/Advent_WA_Blanko.pdf

https://www.montessori-material.de/tpl/download/Advent_WA_Loesung.pdf

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Grundgedanken
23.11.2015 11:54 von Yvonne Busse
Kategorie: Pädagogik

Grundgedanken der Montessoripädagogik

Maria Montessori war eine beeindruckende Frau, die ihr Leben den Kindern widmete. Schon in ihrer Jugend musste sie für ihre Ziele und Wünsche kämpfen und so ging sie als einziges Mädchen auf ein naturwissenschaftliches Jungengymnasium. Auch später wählte sie nie den leichten Weg, sondern stand für ihre Überzeugungen ein. 1896 wurde sie für ihren Kampfgeist belohnt und wurde Italiens erste Ärztin. Sie spezialisierte sich auf Kinderheilkunde und arbeitete in einer Kinderpsychatrie. Dort wurde ihr bewusst, dass Kinder nicht nur untergebracht werden müssen, sondern dass Kinder Anreize brauchen um sich entwickeln zu können. Sie beschäftigte sich daraufhin mit den Werken von Seguin und Itard und knüpfte an deren Grundgedanken an. Darauf aufbauend entwickelte Maria ihre eigene Pädagogik und ihre didaktischen Materialien. 

Erzählung über das Leben der Maria Montessori

Montessori hat sich stets an den individuellen Bedürfnissen des Kindes orientiert und das Kind in den Mittelpunkt des Lernens gestellt. Aus ihrer Forschung und ihren Beobachtungen heraus, ergaben sich pädagogische Ziele, die auch in der heutigen Zeit noch höchsten Stellenwert genießen und in der täglichen Arbeit mit den Kindern umgesetzt werden. Marias wichtigster Grundsatz war, dass man dem Kind folgen und auf dessen Zeichen achten muss, denn nur so kann der Lehrer den individuellen Weg des Kindes erkennen und es auf diesem Weg begleiten. Sie hatte ein tiefes Vertrauen in die Kinder und in deren eigene Kräfte. Doch auch schon damals war das Kind nicht gänzlich „frei“ im Sinne von „laisser faire“. Durch die Materialien, die in der vorbereiteten Umgebung ihren Platz haben, ist ein gewisses Curriculum vorgegeben. In der Freien Arbeit wird das Kind von dem Lehrer begleitet und auch motiviert. 

Diese wichtigen Grundprinzipien der Pädagogik haben alle Montessorieinrichtungen auf dieser Welt gemeinsam. Darum ist es auch wenig verwunderlich, dass sich Montessori Klassenräume auf der ganzen Welt sehr ähneln. Damit die Standards überall annähernd gleich sind, legt die Association Montessori Internationale (AMI) die Inhalte der Ausbildungskurse fest und sichert somit den fachgerechten Umgang mit den Materialien und die ursprünglichen Leitgedanken Maria Montessoris:

  1. Montessori Pädagogik hat immer einen hohen Grad an Internationalität und vergleichbaren Standards.

  2. Montessori Pädagogik bedeutet immer auch Friedenspädagogik über alle ethnischen, sozialen und religiösen Grenzen hinweg. 

  3. Montessori Pädagogik fördert und fordert individuelle Intelligenz und kreatives Problemlöseverhalten. Die Kinder werden zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erzogen. 

  4. Alle pädagogischen Einrichtungen, die nach dem Prinzip von Montessori arbeiten, müssen sich nach der  Entwicklung der Kinder richten, weil sie die Kinder sonst aus dem Blick verlieren. 

  5. Auch wenn es in Montessori Klassen viele Bücher gibt, ist man weit entfernt von der klassischen Buchschule. Montessori Schulen sind immer Erfahrungsschulen des sozialen Lebens.

  6. Montessori Einrichtungen sind für alle Kinder da. Es wird kein Unterschied gemacht zwischen Lernschwachen und Hochbegabten Behinderten und Nichtbehinderten, Einheimischen und Einwanderern, Armen und Reichen.

  7. Montessori Schulen sind immer auch Leistungsschulen, weil Kinder etwas leisten wollen, wenn man ihnen viel Anregung bietet und sie selbstständig arbeiten lässt.

  8. Ist die Montessori Pädagogik richtig umgesetzt, halten die reformpädagogischen Schulen dem Vergleich mit Regelschulen stand und schneiden oft sogar besser ab.

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Die Drei-Stufen-Lektion
18.11.2015 17:33 von Yvonne Busse
Kategorie: Pädagogik

Ein ganz wesentlicher Bestandteil der Montessoripädagogik ist die Drei-Stufen-Lektion. Alternativ wird diese Lektionen auch Wortlektion oder Zeitlektion genannt.

Bei der Drei-Stufen-Lektion werden neue Lerninhalte mit den entsprechenden Vokabeln verknüpft. Diese Methode wird weltweit bei der Einführung neuer Montessori-Materialien verwendet. Die Lektion läuft dabei immer nach dem selben Schema ab: Benennen, Wiedererkennen, Beherrschen. Die Drei-Stufen-Lektion geschieht häufig in Einzelbetreuung, da sie von den Interessen und dem Entwicklungsstandes des Kindes ausgeht.

Ziele der Drei-Stufen-Lektion sind die Wortschatzerweiterung, die Begriffsbildung und die Sprachförderung.

1. Stufe-Benennen

Neue Materialien oder Sinneseindrücke werden mit den dazugehörigen Vokabeln verknüpft. Der Pädagoge benennt den Gegenstand oder den Sinneseindrück, während das Kind das Neue sieht, riecht oder fühlt. Um nicht von dem neuen Lerninhalt abzulenken, verwendet der Pädagoge einen einfachen Satzbau und einfache Worte.

2.Stufe-Wiedererkennen

Die zweite Stufe kann unmittelbar nach der ersten folgen, könnte aber auch zeitversetzt stattfinden. Das Kind soll nun einen Gegenstand oder einen Sinneseindruck wiedererkennen. In dieser Phase gibt es viele Wiederholungen und Übungen. In dieser Stufe kann man überprüfen und erkennen, ob das Kind den neuen Lerninhalt verstanden hat. Ist dies nicht der Fall, muss man zurück zu Stufe 1.

3.Stufe-Beherrschen

In dieser Stufe wird das Kind nun sprachlich selber aktiv. Es bennent den neuen Lerninhalt auf eine Frage des Pädagogen hin. Auch in der dritten Stufen wird noch wiederholt, geübt und verinnerlicht.

Nun ein kleines und einfaches Beispiel zum Perlenmaterial:

Stufe 1

Der Pädagoge führt vor, wie mit dem Material gearbeitet wird. 

"Das ist eine rote Einerperle."

Stufe 2

Der Pädagoge prüft, ob sich das Kind den neuen Begriff gemerkt hat.

"Wo ist die rote Einerperle?." oder "Lege die rote Einerperle auf den Tisch."

Stufe 3

Der Pädagoge zeigt auf das Material und erfragt den Begriff.

"Was ist das ?"

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Imbucare Material
01.11.2015 10:01 von Yvonne Busse
Kategorie: Materialien im Einsatz

Das Imbucare Material ist ideal für kleine Entdecker. Es schult nicht nur die Augen-Hand-Koordination sondern beschäftigt sich auch mit dem spannenden Thema der Objektpermanenz. Objektpermanenz meint hier die kognitive Fähigkeit, zu wissen, dass ein Gegenstand noch existiert, auch wenn er momentan nicht sichtbar ist.

Das Material ist so aufgebaut, dass auch schon Kleinkinder damit alleine arbeiten können. Gegenstände müssen in passende Öffnungen eingefügt werden oder nach bestimmten Kriterien sortiert werden. Da diese Übungen genau in die sensible Phasen der Kleinkinder passt, bietet das Material einen hohen Aufforderungscharakter. Eine deutliche Polarisation der Aufmerksamkeit macht sich häufig schon nach wenigen Handgriffen bemerkbar. Die Kinder wiederholen ihre Tätigkeit viele Male, bis sie eine Art innere Befriedigung verspüren.

Durch das Hineinstecken des Gegenstandes in einen Holzkasten, werden bei den Kindern zudem die Finger- und Handgelenksmotorik trainiert. 

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Der Bauernhof
20.10.2015 11:52 von Yvonne Busse
Kategorie: Neuheiten

Der Bauernhof ist ganz neu in unserem Shop eingezogen. Dieses elementare Material ermöglicht eine spielerische Erweiterung des Wortschatzes und ein Kennenlernen der Wortarten. Weiterhin kann man viele tolle Leseverständnisübungen mit dem Bauernhof durchführen.

Eine erste Leseübung, die man ideal mit unserem neuen Bauernhof nutzen kann, haben wir für Sie als Gratisdownload vorbereitet.


https://www.montessori-material.de/tpl/download/Bauernhoftiere-klein.pdf

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"Montessoripädagogik @home" oder „Wie eine Gabel den Weg aufzeigte“
14.09.2015 15:15 von Yvonne Busse
Kategorie: Pädagogik

Seit nun mehr als 10 Jahren bin ich Montessorilehrerin und habe an verschiedenen Schulen unterrichtet. Zu meinem Job gehört es, dass ich zweifelnde Eltern wieder auf den Weg begleite und mein Vertrauen in das Kind und seine Fähigkeiten nahezu unerschütterlich ist.

 

Im letzten Jahr wurde ich nun selbst das erste Mal Mutter und mein Spross ist nun mittlerweile fast ein Jahr alt. In dieser Zeit habe ich viel über die Umsetzung der Montessoripädagogik zu Hause nachgedacht. Ein kleines Casa-Klassenzimmer sollte sein Kinderzimmer auf keinen Fall werden. Zu groß ist die Angst davor, dass ich mein eigenes Kind beschule und unser Verhältnis dadurch getrübt wird. Er soll nicht meinen Erwartungen entsprechen, sondern seinen Weg gehen.

 

Das dieser Weg ab und an ungewöhnlich ist, sollte mich eher in meiner Überzeugung bestärken, aber leider geriet ich kurzzeitig ins Wanken...

 

Wie der Kinderarzt uns bei einer Vorsorgeuntersuchung mitteilte, hat unser Sohn die orale Phase übersprungen. Befreundete Mütter gratulierten uns, denn unser Kind nahm eben nicht alles in den Mund und kaute darauf herum. Zunächst dachten auch wir, dass dies nur von Vorteil sein könne und man quasi eine Sorge weniger hat. Doch während alle gleichaltrigen Kinder in unserer Umgebung anfingen am Tisch von alleine mitzuessen, saß unser Sonnenschein nur in seinem Stühlchen und ließ weiterhin sich weiterhin füttern. Am Anfang lächelte ich Kommentare hierzu noch weg, aber irgendwann nagte es an mir. Muss er das nicht auch schon können? Ist mein Kind vielleicht nicht „normal"? 

 

Bei einem nächsten Kinderarztbesuch schilderte ich meine Bedenken. Halbherzig hörte der geschäftige Mediziner mir zu und gab mir Tipps. Ich solle meinen Sohn so lange vor dem Teller sitzen lasse, bis er von alleine mit der Hand etwas aufnimmt und sich in den Mund schiebt. Das wäre quasi ein Überlebensinstinkt. Wenn er nicht essen würde, dann sollte ich das Essen wieder weg stellen und nach zwei Stunde einen neuen Versuch starten.

 

Da dies unser erstes Kind ist und wir bisher großes Vertrauen in diesen Arzt hatten, probierten wird dies aus. Mein Sohn saß vor seinem Teller und war offensichtlich hungrig. Er schaute mich hilfesuchend an, doch ich sollte ihn ja alleine essen lassen. Voller Verzweiflung versuchte mein Sohn das Essen nun mit dem Mund aufzunehmen. Er weinte bittere Tränen und auch ich begann zu schluchzen.

Nein! Das konnte nicht der Weg sein!

Ich überlegte mir, ob ich in der Schule einem Kind so etwas zumuten würde. Niemals! 

Warum tat ich es dann bei meinem eigenen Kind?

 

Ich vertraute auf den Arzt, der mein Kind nicht wirklich kannte, und war sehr verunsichert. Zudem wurde mein Kind seit seiner Geburt mit anderen Kindern verglichen und die Ergebnisse schön in einer Tabelle festgehalten. Bei jedem Treffen mit anderen Müttern wurde fortan verglichen und manchmal glaubte ich, dass es einen heimlichen Mütter-Wettkampf gäbe. Alter, Größe, Gewicht… Je näher man am Durchschnitt lag, umso besser schien die Akzeptanz bei den anderen Müttern. „Normal sein“ als neuer Trend… 

 

Mein Mann war derjenige, der mich aus diesem Sog befreite und mich an meine Prinzipien erinnerte. Wir wollten auf die Signale unseres Sohnes hören, so wie wir es uns bei seiner Geburt versprochen hatten. Also fütterten wir unseren Sohn weiterhin und warteten auf seine Signale.

Wenn er noch nicht bereit dazu war mit den Fingern alleine zu essen, dann wollten wir einfach warten und auf seinen inneren Bauplan vertrauen.

 

So kam es, dass unser Sohn bei Tisch immer nach der Gabel griff. Mein Mann spickte dann die Gabel mit Essen und reichte sie unserem Sohn. Ich war mehr als verwundert und überrascht, als der kleine Mann die Gabel nahm und diese zielsicher zum Mund führte. Ungläubig wiederholte ich diese Tätigkeit. Ich spickte erneut eine Gabel und hielt sie unserem Sohn hin. Und erneut führte er die Gabel zielsicher zum Mund und aß.

Fortan isst unser Sohn mit einer Gabel…

 

Dieses Ereignis zeigte mir, dass Kinder ihren eigenen Weg gehen und man auch ungewöhnliche Wege zulassen muss.

Das Kind im Mittelpunkt bedeutet eben nicht, dass man Konformität fördern und fokussieren sollte, sondern vielmehr, dass man Individualität zulassen und stärken sollte. 

Jedes Kind trägt seinen eigenen Bauplan in sich und wir sollten ihm Zeit und Gelegenheit geben, um sich zu offenbaren. Die Aufgabe der Erwachsenen ist nun, dass wir dem Kind erlauben seinen Weg zu gehen und wir auch Umwege zulassen. Vertrauen in das Kind und seine Fähigkeiten bedeutet jedoch auch, sich frei zu machen von den äußeren Einflüssen und Zwängen.

 

Schon Montessori sagte einst….

 

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Fremdsprachenunterricht
29.01.2015 07:00 von Daniel Mathiebe
Kategorie: Pädagogik

Schon Maria Montessori beobachtete vor vielen Jahren, dass die sensible Phase für die Sprachentwicklung sehr früh bei den Kindern angesiedelt ist. In diesen sensiblen Phasen lernen die Kinder einen bestimmten Bereich scheinbar mühelos. Sie sind für diesen Bereich offen und besonders empfänglich. Bis zum vierten Lebensjahr ist es für die Kinder ein leichtes, jegliche Sprache zu erlernen. Dies gilt nicht nur für die Muttersprache, sondern auch für die Fremdsprache.

 

Je weiter wir uns von dieser sensiblen Phase entfernen, desto mühevoller und anstrengender wird es für das Kind eine Sprache zu erlernen. Daher sollte auch der Fremdsprachenunterricht möglichst früh beginnen.

 

In den ersten Jahren der Grundschulzeit erfolgt der Fremdsprachenunterricht auf spielerische und ungezwungene Art und Weise. Er bietet vielfältige Begegnungen mit der Fremdsprache und beruht auf dem Prinzip der Mündlichkeit. Die Begegnung mit der fremden Sprache soll Freude am Umgang mit der Sprache wecken und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit fördern und fordern.

 

Der Fremdsprachenerwerb erfolgt in den ersten Schulbesuchsjahren zum Teil unbewusst und beinhaltet spielerische, musische und kreative Schwerpunkte. Das Hörverstehen steht im Vordergrund, da die Kinder dieser Altersstufe eine ausgeprägte Bereitschaft zum  Zuhören, Nachsprechen, Nachspielen und Mitspielen aufweisen. Erst im späteren Verlauf kommen das Lesen und Schreiben in der Fremdsprache hinzu und übernehmen eine Art Stützfunktion des Gelernten. Fremdsprachenunterricht folgt dabei nicht mehr den Instruktionen der Lehrkraft, sondern richtet sich vielmehr nach der Lebenswelt der Kinder und ihren Interessen. Künstlich geschaffene Lernsituationen und stures Auswendiglernen sollen vermieden werden.

 

Auch der Fremdsprachenunterricht an einer Montessorischule ist, als integrativer Bestandteil und Teil des Erziehungsauftrages nach den Prinzipien Maria Montessoris, besonders in die Freiarbeit einzubinden. Das Erlernen der Fremdsprache erfolgt hier im Sinne einer stückweiten Eroberung der neuen Sprache. Fremdsprachen können in der Freiarbeit durch das Konzept der Kosmischen Erziehung mühelos eingebunden werden. Die Kosmische Erziehung bietet den Kindern dabei ein weites Feld und die unterschiedlichsten Anknüpfungspunkte mit vielfältigen Materialien.

Da Maria Montessori die Kosmische Erziehung als Überbau aller Lernbereiche sah, dessen Ziel es ist die Kinder im Heranwachsen zu fördern und ihnen zu helfen ihren Platz in der Welt zu finden, macht es wenig Sinn, die Fremdsprachen aus der Freiarbeit heraus zu lassen. Die Kosmische Erziehung ist daher weit mehr als der Sachunterricht an einer Regelschule und ideal mit den Fremdsprachen zu kombinieren.

 

In der Freiarbeit werden daher Materialien aus den Bereichen der Kosmischen Erziehung, Sprache und diverses Sinnensmaterial auch in englischer Sprache angeboten. Den Kindern werden von den Lernbegleiterinnen immer wieder auch Einführungen in englischer Sprache gegeben. Zudem stehen den Kindern altersgemäße Bücher in englischer Sprache zur Verfügung. Die Nutzung neuer Medien, wie Computer und Hörstifte, weckt zusätzlich die Lernmotivation und hilft den Wortschatz individuell zu erweitern.

 

Ergänzend zum natürlichen Fremdsprachenlernen in der Freiarbeit, werden den Kindern Kurse angeboten, in denen sie die englische Aussprache und das gezielte Hörverstehen einüben können. Diese differenzierten Kurse sind vornehmlich „Conversation“ oder „Story-Reading“-Kurse, die sich an den Interessen der Kinder und an aktuellem Tagesgeschehen orientieren. Während der ergänzenden Fremdsprachenkurse, wird mit den Kindern nur in der zu erlernenden Sprache kommuniziert. Die Immersionsmethode wird besonders angestrebt.

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Montessori und unterschiedliche Begabungen
30.07.2013 08:25 von Yvonne Busse
Kategorie: Pädagogik

"Der Weg auf dem die Schwachen sich stärken, ist der gleiche wie der, auf dem die Starken sich vervollkommnen." (M.Montessori, Schule des Kindes S.166)

Umgang mit unterschiedlichen Begabungen in der Montessoripädagogik

Oft wird man als Montessori Lehrkraft gefragt, wie man all den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht werden kann. 

Meistens antworte ich dann mit einem Zitat von Montessori und erkläre, dass die Montessoripädagogik den Kindern, die natürlich unterschiedliche Begabungen mitbringen, ein individuelles Lernen in einer angstfreien Lernumgebung ermöglicht und dabei auch jedes Kind individuell fördert und fordert. Die vielfältigen und zahlreichen Möglichkeiten, die eine Freiarbeit bietet, müssen hierfür genutzt werden und das Kind muss sich als eigener Lehrmeister erkennen. 

Die Lehrkräfte treten in den Hintergrund und begleiten die Kinder auf ihrem Lernweg. Hierzu gehört auch, dass die Kinder, ihrem Autonomiebedürfnis entsprechend, die eigene Leistungsfähigkeit und deren Grenzen erfahren können.

Montessorimaterialien bieten den Kindern während der Freiarbeit die Möglichkeit, durch das handlungsorientierte Erschließen der Lerninhalte, in altersheterogenen zusammen zu arbeiten. Normalbegabte Kinder und hochbegabte Kinder werden durch die Art des Lernens gleichermaßen angesprochen. Jedoch kommt dem Material bei hochbegabten Kindern eine geringere Bedeutung zu, da diese meist eine hohe Auffassungsgaben und Abstraktionsfähigkeit besitzen. Hier muss die Lehrkraft über das Materialangebot hinaus für ein Enrichment und Akzeleration sorgen, um der Unterforderung entgegen zu wirken. Alle Kinder machen die gleichen Entwicklungsschritte, jedoch machen hochbegabte Kinder diese Schritte zum Teil viel früher. Auch darauf muss sich eine Montessorilehrkraft einstellen und die Lernumgebung dementsprechend gestalten und das Kind angemessen begleiten. Ist ein hochbegabtes Kind unterfordert, wird sich das im Rahmen einer Freiarbeit deutlich äußern. Viele Hochbegabte fangen an massiv zu stören, zeigen deutliche Verstimmungen/Verhaltensauffälligkeiten und entwickeln sich im schlimmsten Fall zu einem Underachiever.

Die Freiarbeit bietet hier jedoch vielfältige Möglichkeiten, um dies zu vermeiden!

 

Zudem haben hochbegabte Kinder oft noch ein anderes zentrales Problem, denn sie stecken in dem Dilemma, dass sie nur schwer Anschluss an Gleichaltrige finden. Die Jahrgangsmischung in einer Montessoriklasse ermöglicht es den Kindern jedoch leichter soziale Kontakte zu knüpfen und Gleichgesinnte zu finden.

An Montessorischulen werden besonders begabten Kindern ebenso in ihren Bedürfnissen wahrgenommen und gefördert, wie normal begabte Kinder. Um das eigene Potential entfalten und nutzen zu können, müssen sich die Kinder angenommen und zugehörig fühlen, Selbstwirksamkeit erleben, Selbstbestimmung und Freiheit erfahren und die eigene Motivation ausleben können. (Grundbedürfnisse in der Schule- Osterheld 2010)

Da die Montessoripädagogik den kindlichen Bedürfnissen hier sehr entgegen kommt, ist die Montessorischule auch für hochbegabte Kinder ein idealer Lernort. Zudem ist im Rahmen einer Freiarbeit eine Hochbegabtenförderung möglich ohne das einzelne Kinder von der Gruppe isoliert zu werden müssen. Besonders der Bereich der Kosmischen Erziehung bietet unzählige Möglichkeiten besonders begabte Kinder zu fördern und zu fordern.

 

Alle Schüler profitieren gleichermaßen von Lehrkräften, die eine manipulative Lenkung vermeiden und statt dessen die Eigeninitiativen der Kinder fördern und unterstützen. Die wichtigste Tätigkeit einer Montessorilehrkraft ist demnach das Beobachten und die verständnisvolle Zuwendung. Die Persönlichkeit des Kindes wird stets geachtet und die kindlichen Bedürfnisse ernst genommen. Zum richtigen Zeitpunkt bietet die Lehrkraft neue Angebote an und richtet sich ganz nach dem Grundsatz der minimalen Hilfe, damit ein Kind selbst zum Denken angeregt wird und sich im problemlösenden Denken schult.

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Die Arbeit mit den Wortarten nach Maria Montessori
15.04.2013 10:26 von Yvonne Busse
Kategorie: Materialien im Einsatz

Jegliche Sprache ist eine Form von Kommunikation und damit ein System aus Symbolen, das in einer bestimmten Gruppe von Menschen benutzt wird. Innerhalb dieser Gruppe herrscht eine Übereinstimmung bezüglich der Symbolbedeutung. Man spricht hier auch von Sprachkonvention.

Kommunikation, also die Verwendung von Sprache, ist ein menschliches Grundbedürfnis. Maria Montessori sprach sogar einmal davon, dass Sprechen die Natur des Menschen ist.

Der kindliche Spracherwerb ist bei Schulbeginn schon weit fortgeschritten. Die Sprache seiner eigenen Kultur hat es bereits aufgenommen und nun gilt es gesprochene Sprache zu festigen und die Schriftsprache zu erforschen.

Auch an Montessorischulen werden Grammatikinhalte gelehrt und intensiv bearbeitet. Das Vorgehen hierbei ist jedoch ein etwas anderes.

Kinder lernen in der ersten Begegnung mit den Wortarten zunächst die Funktion der einzelnen Wortarten spielerisch kennen. Klassisch geschieht dies in der Casa oder im Anfangsunterricht der Grundschule mit dem Bauernhof. Die Funktion der Wortart wird dann durch ein spezielles Symbol ausgedrückt. Kinder sollen in dieser Phase noch nicht mit Begrifflichkeiten umgehen, sondern sich voll und ganz auf auf die Funktion der Wortart konzentrieren.

Nachdem die Kinder Einblicke in die Funktion erlangt haben und zunehmend ein abstrakteres Arbeiten möglich ist, kann ein intensiveres Grammatikstudium erfolgen. Montessori Materialien wie Sprachkästen, Auftragskästen und die Charts zur Systematik der jeweiligen Wortart kommen nun zum Einsatz.

Die Wortarten werden nun in der folgenden Reihenfolge erneut bearbeitet: Nomen und Artikel, Adjektiv, Verb, Numerale, Präposition, Adverb, Pronomen, Konjunktion, Interjektion.

Zunächst arbeiten die Kinder mit den Sprachkästen zu der jeweiligen Wortart, dann schließt zur Vertiefung der Auftragskasten an und zu guter Letzt bearbeiten die Kinder die Charts und diverse individuelle Vertiefungsmaterialien.

Die Arbeit mit den Sprachkästen ist eine sehr systematische und klare Arbeit. Die Farbsymbolik ermöglicht allen Kindern Transferleistungen und setzt noch einmal das jeweilige Wort mit seinem Wortartensymbol in Verbindung.

(Dies ist bei AMI und englischsprachigen Versionen nicht immer der Fall. Es gibt zwei Varianten des Materials)

Bei der Arbeit mit den Sprachkästen thematisieren wir nun auch die Begriffe und deren Ursprung. Es kann den Kindern helfen und zeigt wie zum Beispiel bei dem Adverb eine klare Verbindung zu einer anderen Wortart.

Vor der Arbeit mit den Sprachkästen, als eigentliches Material, gibt es eine mündliche Einführung zu der jeweiligen Wortart. Die Wortart soll in der mündlichen Einführung erlebbar gemacht werden.

Die anschließende Arbeit mit den Sprachkästen vertieft das neue Wissen und verhilft zu einem intuitiven Erkennen der jeweiligen Wortart.

Satzstreifen werden hierbei vor das Kind auf den Tisch gelegt und es sucht nun alle Wörter des jeweiligen Satzes aus einem Fächerkasten heraus. Auf den Satzstreifen stehen zwei bis maximal drei Sätze untereinander, die sich idealerweise nur um ein Wort , in der zu übenden Wortart, unterscheiden.

Hat das Kind die Wortkarten unter den Satzstreifen ausgelegt, werden Wortkarten mit den jeweiligen Wortartensymbolen versehen.

Dieses sehr systematische und strukturierte Vorgehen gibt den Kindern Sicherheit und lässt sie sehr eigenständig arbeiten. Zudem ermöglicht es ein frühes Betrachten der Wortarten auch einer Fremdsprache.

Nach der Arbeit mit den Sprachkästen folgenden weitere vertiefende Angebote, wie die Arbeit mit den Auftragskästen. Kleine Aufträge, die in Verbindung mit der jeweiligen Wortart stehen, werden von den Kindern ausgeführt. Dies geschieht zum Teil in Einzelarbeit, aber auch in Partner- und Gruppenarbeit.

Einige Wortarten laden dazu ein, sich noch intensiver mit ihnen zu beschäftigen. Die Charts zur Klassifikation und die dazugehörigen Wortkarten bieten dafür einen geeigneten Raum, ohne die Kinder zu überfordern.

Des Weiteren können die Kinder allmählich auch eigene und fremde Sätze oder Texte zunehmend sicherer auf die Wortarten hin untersuchen und diese bestimmen.

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