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Begreifen kommt von Greifen, Verstehen kommt von Stehen
08.08.2017 10:23 von Marie Laschitz
Kategorie: Pädagogik

Begreifen kommt von Greifen, Verstehen kommt von Stehen

2.Die Koordination von Gehirn, Händen und Beinen trainieren



Die Überschrift macht deutlich, wie sehr unsere Sprache den engen Zusammenhang von Intellekt und Körper widerspiegelt.

Seit einiger Zeit beschäftigt sich die moderne Hirnforschung mit dem Verwoben Sein von kognitiven Prozessen und dem gesamten menschlichen Organismus.

Was der Geist aufnimmt, wird immer in irgendeiner Form über die Neuronen an den Körper weitergeleitet und verarbeitet.

Wahrnehmen können wir das allerdings nur, wenn uns eine Information sehr überrascht oder überwältigt. Eine mögliche Reaktion des Körpers wäre da etwa ein

beschleunigter Puls, ein kurzer motorischer Kontrollverlust oder eine erhobene Stimme.

Steigt zusätzlich noch Angst auf, kommt es aller Wahrscheinlichkeit nach zu einer negativen Rückkoppelung im Gehirn. Denn starke negative Emotionen

blockieren unser Denken und liefern uns, ob wir wollen oder nicht, unkontrolliert den Affekten aus.


Umgekehrt haben aber auch physiologische Prozesse Auswirkungen auf den Geist. Wenn der Körper tief entspannen darf, wird in der Regel auch der Geist ruhig 

und  konzentriert.

Körperliches Wohlbefinden ist meistens auch eine wichtige Voraussetzung für Kreativität und Intuition, die oft erst in der Entspannung von Innen heraus ins

Bewusstsein aufsteigen können.


In der Montessoripädagogik werden diese Erkenntnisse der Neurowissenschaft schon lange im Lernalltag erkannt und umgesetzt.

Bei vielen Materialien wird die Verknüpfung von körperlicher Bewegung und Lehrprozessen bewusst angestrebt und angeregt, damit sich das Gelernte besser im

Gehirn verankern kann.

So ist etwa das "Gehen auf einer Linie" für jüngere Kinder eine äußerst wichtige Übung, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Am Boden wird mit Klebeband eine Ellipse von etwa 3-4 Metern Länge geklebt. Die Kinder können nun immer einzeln und in vielen Variationen auf dieser Linie gehen

( barfuß, rückwärts, mit einem Glas Wasser usw.)

Diese Übung bringt die Kinder sehr schnell in ihre Konzentration. Auch schult das Gehen auf einer Linie den Gleichgewichtssinn und trainiert die Koordination

von Augen und Beinen. Die gezielten, achtsamen Schritte auf der Linie bringen das Kind weg von der Unruhe im Kopf in seinen Körper und in seine Mitte zurück.

Zugleich entschleunigt das Balancieren auf der Linie sehr stark und nervöse, aufgeregte Kinder werden wieder beruhigt und geerdet.

Voraussetzung für ein Gelingen der Übung ist allerdings die gesammelte Aufmerksamkeit aller anwesenden Kinder. Durch den gemeinsamen Mittelpunkt, nämlich das

Kind auf der Linie, widmet sich die ganze Gruppe achtsam einer gemeinsamen Sache und fokussiert sich.

Das Balancieren zentriert die Kinder und zeigt ihnen ihre momentanen Stärken und Grenzen auf. Wird die Übung öfters durchgeführt, können die Kinder die

Erfahrung machen, dass ihr Gleichgewichtssinn nicht jeden Tag identisch ist, sondern von Tag zu Tag variiert.

Pädagogen machen oft die Erfahrung, dass die ruhigeren, ausgeglicheneren Kinder auch sicherer auf der Linie gehen können als die unruhigeren Kinder.

Hier wird das Zusammenspiel von Psyche und Körper besonders deutlich. Innere Ausgeglichenheit drückt sich ein Stück weit eben auch in körperlicher Stabilität aus.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Hirnforschung ist die Vernetzung und Koordination der beiden Gehirnhälften. Um das Potential des menschlichen Verstandes

möglichst umfassend nützen zu können ist eine ausgewogene  Entwicklung und Förderung beider Gehirnhälften notwendig.

Besonders effektiv sind Übungen, die die beiden Hälften ansprechen und unmittelbar miteinander verknüpfen.

Ideal hierfür ist die Beschäftigung mit dem Montessorimaterial "Große Liegende Acht."

Das Kind hält mit beiden Händen eine liegende Acht aus Holz, auf der in einer Bahn eine Kugel bewegt wird und beliebig oft dem Schwung der Acht folgt.

In einer rhythmischen Bewegung wird hier nicht nur die Geschicklichkeit und das periphere Sehen geübt, sondern durch die gekreuzte Bahn der Acht werden im

fliegenden Wechsel beide Gehirnhälften beansprucht.

Durch Kontinuität werden zwischen den Hälften neue neuronale Verbindungen geschaffen, die die geistige Kapazität des Kindes erhöhen.

Im Spiel mit der großen liegenden Acht kreuzt das Kind immer wieder mit seiner Aufmerksamkeit die Körpermitte und überschreitet sie von links nach rechts und

umgekehrt von rechts nach links.

Dieser Aspekt ist besonders im Elementarbereich und im heilpädagogischen Bereich von Bedeutung. Das Kreuzen der Körpermitte ist ja ein wichtiger

Entwicklungsschritt in frühen Jahren.

Die liegende Acht gilt auch als eine Übung der Stille, da die erforderliche Konzentration und die gleichmäßige Bewegung eine sehr beruhigende Wirkung auf das Kind

haben. Fast könnte man hier von einem meditativen Charakter des Materials sprechen.

Der Körper lernt also immer mit. Er unterstützt vielschichtige Lernprozesse durch die Entwicklung von neuen neuronalen Verbindungen.

Das gelingt am Besten, wenn mit Hilfe des Lernmaterials auf ganz verschiedenen Ebenen Lerninhalte im Gehirn verankert werden.

Hier liegt wohl ein Erfolgsrezept von Montessorimaterialien:

Sie lassen sich zunächst mit den Augen betrachten, dann mit den Händen fühlen, oft auch schmecken, riechen oder hören um schließlich, positiv verstärkt, mit dem

Verstand begriffen zu werden.

    
                                                           

                                                         

  






 







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Empowerment in der Montessoripädagogik
29.05.2017 16:53 von Marie Laschitz
Kategorie: Pädagogik

Empowerment in der Montessoripädagogik

Der Begriff "Empowerment" geht auf den amerikanischen Sozialwissenschaftler Julian Rappaport zurück und bezeichnet einen ressourcenorientierten Handlungsansatz in der Sozialen Arbeit, der Menschen dabei unterstützen möchte, ihr Gefühl von Macht- und Einflusslosigkeit zu überwinden und zu einem selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Leben zu gelangen. Ein Sozialarbeiter leistet dabei eine Arbeit, die sich im besten Fall selbst überflüssig macht, nämlich wenn der Klient gelernt hat, aus eigener Kraft und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln sein Leben positiv zu gestalten.
Empowerment geht davon aus, dass in jedem Menschen zwei Seiten zu finden sind, die hilflose, unsichere und schwache Seite genauso wie die kompetente, selbstsichere und starke Seite. Lediglich die Ausprägung der beiden Seiten ist unterschiedlich stark. Durch eine gezielte Wahrnehmung und Ermutigung kann bei jedem Menschen die positive Seite gestärkt werden. Wie ein Gärtner seine Pflanzen sät, gießt und pflegt, können wir auch im Menschen die fruchtbaren und wertvollen Samen unserer Seele nähren und pflegen, damit sie gedeihen.
In der Pädagogik ist es in jedem Fall erfolgversprechender, die positiven Eigenschaften eines Kindes zu unterstützen und zum Vorschein zu bringen, als seine Defizite wahrzunehmen und zu bemängeln. Dabei ist es wichtig, nicht grundlos zu loben, sondern ehrlich und einfühlsam die vorhandenen Ressourcen zu stärken. Nur dann kann das Kind zu einer realistischen, positiv geprägten Selbstwahrnehmung gelangen. Dafür muss es aber auch den Freiraum haben, selbst zu entscheiden, selbst auszuprobieren und natürlich auch einmal selbst zu scheitern.
Wenn bei jeder Kleinigkeit überschwänglich gelobt wird, verliert das Lob seine Wirkung, wenn immer Alles auf Anhieb gelingt, bleibt beim Erfolg irgendwann die Freude aus.
Empowerment heißt auch, es dem Kind zuzutrauen, mit einen Misserfolg

adäquat umzugehen und daraus wichtige Erfahrungen zu ziehen.
Kinder wollen sich erproben, sie wollen beweisen, was sie können, sie wollen es selbst machen. Sie dabei zu unterstützen ist die Aufgabe, nicht ihnen Dinge abzunehmen, sie sie selbst machen können.

Der wohl bekannteste Satz von Maria Montessori, "hilf mir, es selbst zu tun" zielt genau in dieselbe Richtung wie der Empowerment-Ansatz. Der Ausspruch lautet weiter:

"Zeige mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich.
Ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will.
Mute mir Fehler und Anstrengung zu

denn daraus kann ich lernen."

Es brauch zweifellos viel Geduld, sich auf das Tempo der Kinder einzulassen und ihnen Fehler zuzugestehen. Doch genau hier können die Kinder Wesentliches von uns Erwachsenen lernen.
Schaffen wir es, dem Kind soviel Zeit und Raum zu lassen, wie es eben braucht oder führen wir dem Kind die Schattenseite der Erwachsenenwelt vor: ungeduldig, genervt und unfreundlich sein?
Das Kind absorbiert natürlich auch diese unguten Eigenschaften von uns, die wir ihm doch gar nicht vermitteln wollten. Und es wird durch den gereizten Erwachsenen völlig in seinem eigenen Tun irritiert.
Je mehr Negativität und Hektik auf das Kind einwirken, umso weniger kann es seine Aufgabe schnell und richtig erledigen.
Aber auch Erwachsene dürfen Fehler machen. Reißt uns mal wieder der Geduldsfaden, ist es gut, wenn wir zunächst einfach nur wahrnehmen und

akzeptieren, dass wir ungeduldig sind. Wenn wir uns für die eigene Ungeduld auch noch innerlich ausschimpfen, reiten wir uns nur noch tiefer in die negativen Emotionen hinein. Statt dessen können wir versuchen, uns selbst diese Ungeduld einzugestehen und verständnisvoll damit umzugehen. Vielleicht können wir sogar dem Kind gegenüber eine Bemerkung machen, die wieder alles ins rechte Licht rückt, z. B. " Es tut mir leid, dass ich dich so hetze. Ich möchte nur, dass wir rechtzeitig zu Omas Geburtstag kommen".
So lernt das Kind, dass Fehler passieren dürfen und auch wieder gut gemacht werden können.
Es ist sehr wichtig, wie wir als Pädagogen, Therapeuten und Eltern mit unseren eigenen Schattenseiten umgehen. Gelingt es uns, sie zu integrieren, werden wir eine neue Intensität im Kontakt mit den Kindern erleben. 

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Aus der Sicht einer Schülerin
24.05.2017 11:21 von Yvonne Busse
Kategorie: Sonstiges

Mein Name ist Nele und ich gehe momentan in die 9. Klasse der Tertia. 

Die Tertia ist ein Klasse aus 3 verschiedenen Alters-/Klassenstufen. 
Das beginnt an unserer Schule schon ab der 1. Klasse in der Primadia. Dort sind die Kinder von der 1. bis zur 3. Klasse. Nach der 3. Klasse kommen die Kinder in die Sekundaria, die ebenfalls gemischte Altersstufen hat. Die Sekundaria geht bis zur 6. Klasse. 
Ab der 7. Klasse sind die Kinder/Jugendlichen in der Tertia, diese geht bis zur 10. Klasse. Dort müssen die Jugendlichen entscheiden ob sie einen Hauptschul- oder einen Realschulabschluss machen. Mit dem Realschulabschluss gehen die Jugendlichen auf eine weiter führende Schule, um dort ihr Abi zu absolvieren. 
Ich finde die Idee mit den gemischten Klassen sehr gut, da man dadurch den Kontakt und Umgang mit Jüngeren, als auch mit Älteren lernt. Ebenfalls lernt man mit Respekt und Höflichkeit Menschen gegenüber zutreten. 
Um das Lernen zu erleichtern und selbstständiger zu machen gibt es Lernmaterialien. Das Material ist meist einfach zu verstehen und hat immer eine Lernkontrolle. Die Lernbegleiter, wie das Wort schon sagt, begleiten die Kinder beim Lernen und Arbeiten. 
Da unsere Schule bewusst wenige Kinder/Jugendliche in den Klassen hat, können sich die Lernbegleiter, in den jeweiligen Klassen, mit jedem Kind bewusst beschäftigen. So kann jedes Kind individuell gefördert werden und in seinem eigenen Tempo arbeiten und lernen. Durch die starke Zusammenarbeit von Kind und Lernbegleiter festigt sich der Kontakt und es wird das Gefühl entwickelt, eine Bezugsperson/Vertrauensperson zu haben. 
Ich finde es sehr gut, dass der Kontakt zwischen Lernbegleiter und Kind so gefördert wird, da es sich für mich dann nicht so anfühlt, als wäre ich ganz auf mich allein gestellt, beim Thema Lernen und Arbeiten. Ich denke, dass dies auch einer der Gründe war, wieso meine Eltern mich auf diese Schule schickten. 
Auch wird man gut auf das spätere Leben vorbereitet, da man durch die eigene Wahl eines neuen Themas das Selbständige Organisieren erlernt. 
Ich bin sehr gerne auf dieser Schule und fühle mich im Umgang mit Kindern und Lernbegleitern sehr wohl. 
Ich kann jedem diese Schule nur empfehlen. 
Danke fürs Lesen :)


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Übungen mit Wortartensymbolen
23.03.2017 18:39 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Materialien im Einsatz

Wortarten üben mit Gedichten von Josef Guggenmoos.


Ich bearbeite gerne im Zusammenhang mit dem Wortstudium Gedichte verschiedenster Dichter. Als Materialien nutze ich im Unterricht meistens die Wortartenschablonen und handgeschriebene Texte (Gedichte) der Kinder. Auf Tapetenpapier oder anderem großflächigem Papier lassen sich
lange Gedichte analysieren und mit Wortartensymbolen versehen.


Auch habe ich im Anfangsunterricht ABC-Lieder mit den Kinder bearbeitet und mit den passenden Wortartensymbolen versehen, angefangen mit Nomen über Verben zu den anderen Wortarten. Da das Schreiben anfangs noch mühsam ist, habe ich einfache Liedtexte als Vorlage vorbereitet. Die Kinder haben dann mit den Wortartenschablonen die entsprechenden Symbole gemalt, das schult die Feinmotorik und den Blick für ein ästhetisches Ganzes.


Das Material „Wortarten üben mit Gedichten von Josef Guggenmoos“ bietet eine Auswahl von leicht verständlichen kindgerechten Vierzeilern. Neben der Arbeit mit den verschiedenen Wortarten können feinmotorische Fertigkeiten wie Schneiden und genaues Kleben trainiert werden. Das Ergebnis ist schon beinahe ein künstlerisches Bild, das den Ausdruck des Gedichtes visuell zeigt. Eine Fehlerkontrolle findet sich in der Anzahl der Wortartensymbole.


Diese Erfahrungen im Gestalten bieten interessante Gesprächsanlässe, um mit den Kinder zu diskutieren und schon erste Gedichtinterpretationen anzubahnen:


Was will der Dichter ausdrücken?
Ist das Gedicht eher ruhig oder eher bewegt?
Welche Wortart kommt am häufigsten vor?
Passt der Ausdruck des Gedichtes zum Thema (Tier)?
Welches Reimschema hat der Dichter benutzt?


Diese Gedichte von Josef Guggenmoos bieten Anreize sowohl für Leseanfänger als auch für fortgeschrittene Leser.

Brigitte Götz

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Bruchrechnen in der Grundschule
20.11.2016 15:03 von Daniel Mathiebe
Kategorie: Pädagogik

Über das Rechnen mit gebrochenen Zahlen

von Tina Strobel

Vielen von uns Erwachsenen schwirrt der Kopf, wenn wir uns an unsere Schulzeit
und das Erlernen des Bruchrechnens erinnern. Alles abstrakt im Kopf von Beginn an
begreifen? Das war für viele von uns unmöglich.


Einfach, effektiv und anschaulich - so dürfen Kinder heute mit dem Anschauungsmaterial
nach Maria Montessori Brüche „greifen“ und dadurch ganz simpel
„begreifen“.


Erste Erfahrungen mit einfachen Brüchen können Kinder mit den Bruchrechenkegeln
sammeln. Sie erfahren durch die Arbeit an den Kegeln die Gleichwertigkeit von
Brüchen, erlernen sie zu benennen und darzustellen.


Jedes Haus sollte auf einem guten Fundament stehen! Die Arbeit mit den Bruchrechenkegeln
ist ein gutes Fundament für die aufbauende Arbeit mit Brüchen jeglicher
Art.

Bruchrechenkegel - Montessori Material


Die Bruchrechenkegel bestehen aus einem ganzen, halbierten, gedrittelten und geviertelten
Holzkegel. Der Fokus wird geschickt auf die Aufteilung der Kegel gelenkt.
Die visuelle Fehlerkontrolle ist im Material durch die farbliche Gestaltung enthalten.
Außerdem lassen sich nur die entsprechenden Teile wieder zu einem kompletten
Kegel zusammensetzen.


Etwas anspruchsvoller und umfassender präsentieren sich die Bruchrechenkreise.
Das ästhetische Material ist selbsterklärend.


Sie stellen Kreise von einem Ganzen bis hin zu 10/10 dar.
Mit dem für Montessorimaterial typischen hohen Aufforderungscharakter hat das
metallene Material seinen festen Platz auf zwei Holzständern. Die roten Kreise sind
aufsteigend geordnet und jeweils in einen grünen Rahmen eingefügt. Montessori
lenkt den Sinn des Kindes gezielt auf die verschiedenen Kreissegmente, indem sie
sämtliche weitere Reize des Materials bei allen Kreisen identisch gestaltet.

Bruchrechenkreise mit 2 Ständern - Montessori Material


So, jetzt wird aber gearbeitet!

Brüche benannt und zerlegt, gezeichnet, geschrieben, gekürzt und erweitert, ein
persönliches Brüchebüchlein erstellt und vieles, vieles mehr steckt in diesem Material!
Aber aufgepasst, es darf am Schluss kein Bruchteil übrig bleiben :-)


Als witzige Idee für kleine Fußballfans - wir verfolgen Viertel-, Halbfinale und natürlich
das Finale von WM und EM! Laminieren, zuschneiden und mit Begeisterung
Brüche erleben! Dazu habe ich folgenden Download vorbereitet: Fußball-Bruchrechnen

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Die Schulung der Auge-Hand-Koordination im Kleinkindalter
10.11.2016 14:55 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Pädagogik

Das Auge hilft der Hand
Tätigkeiten zu verrichten!

von Tina Strobel

In den ersten Lebensjahren besitzen Kinder einen großen Bewegungsdrang. In dieser Zeit befinden sie sich in der sensitiven Phase der Entwicklung von präzisen Bewegungsabläufen.

Sie krabbeln, spielen, toben, rennen, schaukeln, kullern - Kinder wollen sich im
Raum bewegen, mit den Dingen in ihrer Umgebung vertraut werden und arbeiten.
Dabei üben sie sich nicht nur in grobmotorischen Bewegungsabläufen, sondern beginnen
bereits ihre Feinmotorik weiterzuentwickeln und auszufeilen.


Anfangs sind die Bewegungen unkoordiniert, werden aber durch den natürlichen
Bewegungsdrang immer koordinierter und zielgesteuerter.


In der klassischen Montessoripädagogik wird diese kindliche Bewegungslust durch
die Übungen des täglichen Lebens von Beginn an befriedigt.


Maria Montessori hat den Zusammenhang zwischen Bewegung und der kognitiven
und emotionalen Entwicklung erkannt. Deshalb beinhaltet ihre komplette Pädagogik
eine umfassende Bewegungserziehung. Alle Materialien schulen die Hand/Auge-
Koordination und helfen dabei diese immer weiter zu verfeinern und auszufeilen.
Sie entwickelt sich parallel zu dem höher werdenden motorischen und kognitiven
Anspruch des Materials.


Da das von ihr entwickelte Material und Lernprinzip einfach schon in sich genial ist
um die Hand/Auge-Koordination zu schulen, möchten wir an dieser Stelle ergänzend
zwei Artikel aus unserem entwickelten Material für Kleinkinder vorstellen.
Unsere Toodler Materialien eignen sich hervorragend um die Anbahnung gezielter
Bewegungsabläufe und kognitiver Errungenschaften im Kleinkindalter zu unterstützen
und zu fokussieren. Kinder können damit entsprechend der sensitiven Phase
Bewegungsabläufe einüben und bis zur Perfektion trainieren. So ist bereits das
Kleinkind in der Polarisation der Aufmerksamkeit erlebbar.


Der Imbucare-Kasten mit einer Holzkugel ergänzt Maria Montessoris Lernprinzip
bereits für die Kleinsten perfekt!


Spielerisch werden verschiedene Grifftechniken und Bewegungsabläufe einstudiert.
Ein kleiner serieller Ablauf wird bei der Tätigkeit durchgeführt und bietet eine optimale
Basis um darauf später mit komplexen Arbeitsabläufen aufbauen zu können.
Die Augen unterstützen die kleinen fleißigen Hände bei ihrer Tätigkeit - spielerische
Schulung der Hand/Auge-Koordination von Beginn an!

Imbucare-Kasten mit einer Holzkugel


Etwas anspruchsvoller präsentiert sich das Sortierbrett mit unterschiedlichen Farbschattierungen
und Formen. Hier vereinen sich bereits mehrere Zielsetzungen spielerisch
in einem Material.


Die Benennung von Farben, die Sortierung nach Farbschattierung, das Ertasten der
Formgebung und natürlich als wertvoller Aspekt für die Hand/Auge-Koordination:
das Greifen des entsprechenden Holzringes sowie das exakte Aufstecken der Ringe
auf das dafür vorgesehenen Sortierbrett.

Schattierungen Sortierbrett mit Formen und Stäben


Ästhetisch ansprechend und hochwertig aus Holz gefertigt - so ist ein hoher Aufforderungscharakter
garantiert!


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Schwungübungen - vom spielerischen Ansatz bis zum abstrakten Arbeiten
30.10.2016 12:00 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Pädagogik

von Tina Strobel

Mit Stift und Papier gilt es viele verschiedene Techniken kennen und beherrschen zu lernen.
Übung macht bekanntlich den Meister!


Malen und Schreiben mit den Händen, verschiedenen Schreibgeräten, auf unterschiedliche Unterlagen
in diversen Größen. Sich selbst und die eigenen Fähigkeiten austesten und ständig
verbessern und verfeinern – es gibt 1000 Möglichkeiten!


Anbei finden Sie eine gezielte Auswahl an Schwungübungen, welche in drei Schwierigkeitskategorien
unterteilt wurden.


Vom spielerischen Ansatz bis hin zum abstrakten Arbeiten, eine bunte Palette, je nach Bedürfnis
und Wissensstand des Kindes.

Vorbereitete Umgebung

Vertiefung

Empfehlungen

Vorkenntnisse

Abstrakte Empfehlungen

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Montessori Materialien zur grafomotorischen Förderung
20.10.2016 10:48 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Materialien im Einsatz

Gezielte Arbeit an verschiedenen Materialien

von Tina Strobel

Kinder möchten arbeiten – eine breite Auswahl an Montessori Materialien oder adaptierten Materialien
kann eine schönes Angebot darstellen um die Grafomotorik zu schulen und anzuregen.

Liegende Acht

Liegende Acht zeichnen

Pinzettengriff

Wäsche aufhängen

Getreide mahlen

Metallene Einsätze

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Grafomotorik spielerisch fördern
10.10.2016 10:39 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Pädagogik

von Tina Strobel

Grafomotorische Förderung kann auf viele unterschiedliche Arten geschehen.


Kinder sind natürlich besonders empfänglich für spielerische Angebote. Hier wird mit Spaß und
Freude ganz gezielt, aber für das Kind „versteckt“, die Grafomotorik angebahnt und gefördert.
Neben dem Förderaspekt findet im Spiel sehr viel soziales Lernen statt. Die Kinder lernen sich an
Spielregeln und Spielabfolgen zu halten. Durch das Verlieren oder Gewinnen eines Spieles erfährt
das Kind Freude oder lernt den Umgang mit Niederlagen und seine Frustrationstoleranz zu erhöhen.
Der Ehrgeiz aber auch die Empathiefähigkeit wird geweckt.


Als Gemeinschaftserlebnis stärkt das Spiel das Miteinander und festigt Freundschaften.
Im Allgemeinen eignen sich neben den folgenden Beispielen vor allem jegliche Arten an Ballspielen
um die Grafomotorik zu fördern. Ballspiele enthalten alle Anforderungen der Grafomotorik
sie beinhalten die
· taktile Wahrnehmung durch die Größe und Beschaffenheit des Wurfgerätes
· Beweglichkeit der Gelenke in Zusammenspiel mit der Umwelt durch den Spielablauf
· Kraftdosierung nach Gewicht und Wurfentfernung des Balles und der Spielart
· Körperhaltung und Körperanspannung durch die Spielvorgabe
· Hand/Auge-Koordination durch die Verfolgung der Flugbahn, fangen, werfen, schlagen
des Balles


Eine sehr gelungene Grundlage über die Handgeschicklichkeit bei Kindern bietet die Literatur von
Sabine Pauli und Andrea Kisch.


Neben einer gut leserlichen Zusammenfassung über die verschiedenen Entwicklungsschritte der
Handentwicklung im Kindesalter und den feinmotorischen Fähigkeiten bietet das Buch
„Handgeschicklichkeit bei Kindern – spielerische Förderung von 4-10 Jahren“ schöne Anregungen
für gezielte spielerische Förderung der Fein- und Graphomotorik.


Sie können hervorragend in Teilabschnitte aufgegliedert und für ältere Kinder bzw. altersgemischte
Arbeitsgruppen auf Tabletts als bebilderte Aufträge oder Lese- und Arbeitsaufträge angeboten
werden.

Handgeschicklichkeit

Ferienjob im Zoo

Angeln gehen

Auf der Baustelle

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Grafomotorik - Übungen des praktischen Lebens
30.09.2016 10:28 von Montessori-Lernwelten.de
Kategorie: Pädagogik

von Tina Strobel

Vor allem Kinder, denen ihre Defizite und ihre Schwierigkeiten bereits durch Rückmeldungen aus ihrem Umfeld
oder durch eigene Beobachtungen bewusst geworden sind, benötigen fortlaufend Tätigkeiten in der Lebenspraxis.


Sie können so

  • an ihren Schwächen arbeiten,
  • alle Kernkompetenzen des Schreiblernprozesses aufbauen,
  • gleichzeitig einen wichtigen Teil für das Gelingen der Gemeinschaft beitragen,
  • Lob und Anerkennung für ihre Tätigkeiten erhalten,
  • ihren Selbstwert und ihr Selbstbewusstsein stärken und aufbauen.

Mit neuer innerer Stärke werden sie sich auch wieder trauen, an das Schreiben an sich zu gehen!
Natürlich wird das Kind in der lebenspraktischen Förderung dort abgeholt wo es momentan in seiner Entwicklung
steht.


Die lebenspraktischen Aufgaben entsprechend ausgewählt, strukturiert und aufgeteilt.
Es erhält vom Erwachsenen beim gemeinsamen Arbeiten liebevolle, bestätigende aber auch konsequente
Anleitung und Unterstützung.


Beispiele für lebenspraktische Förderung:

Obst und Gemüse schneiden, Geschirr spülen

Arbeiten an der Reibe, Bügeln, Wäsche machen

Boden wischen, Nüsse knacken

Tisch decken, Körperpflege

Schuhe putzen




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