Anleitung Rahmen mit Gürtelverschluss

Anleitung Rahmen mit Gürtelverschluss

Die Rahmen mit den Verschlüssen verwirklichen zwei wesentliche Prinzipien der Montessoripädagogik:

Erstens wird hier die „Materialisierte Abstraktion“ umgesetzt. Ein lebenspraktischer Vorgang wie z. B. das Schleife binden wird nicht am Alltagsgegenstand, in diesem Fall dem Schuh, vorgenommen, sondern in eine abstrakte Form, in diesem Fall den Verschlussrahmen, übertragen. Die Tätigkeit wird dadurch aus der Alltagssituation herausgehoben, so dass ihr alle Aufmerksamkeit geschenkt werden kann.

Zweitens wird hier das Prinzip der „Isolierung der Schwierigkeiten“ angewendet. Die Tätigkeit wird in einzelne Teilabschnitte zerlegt, so dass das Kind sie z.B. bei einer Darbietung besser aufnehmen kann. Es hat mehr Zeit, die Komplexität eines Vorgangs zu begreifen und zu reflektieren. Die Pausen ermöglichen es dem Gehirn, Gelerntes im Gehirn zu verankern und zu speichern.

Wie kann nun eine Darbietung mit einem Verschlussrahmen aussehen?

Mit dem Kind gemeinsam wird ein Rahmen aus dem Ständer geholt und auf den vorbereiteten Teppich gelegt. In diesem Fall handelt es sich um den Rahmen mit den Schleifen.

Der Pädagoge setzt sich vor den Rahmen, die Kinder zu beiden Seiten. Im ersten Schritt werden alle Bänder auseinandergezogen. Der Zeigefinger fährt unter die noch verknüpften Bänder und löst diese. Jetzt können die beiden Stoffteile ausgeklappt und der Rahmen geöffnet werden.

Nun werden mit beiden Händen gleichzeitig die Stoffteile wieder nach Innen gelegt. Die Bänder werden der Reihe nach von außen nach innen gelegt. Im nächsten Schritt werden sie mit einem einfachen Knoten verknotet. Langsam und in einzeln gut erkennbaren Schritten werden dann die Schleifen gebunden.

Jetzt haben die Kinder Zeit, sich selbst im Schleifenbinden auszuprobieren. Dieser komplexe Vorgang braucht Zeit und es ist wichtig, die Kinder immer wieder zu ermutigen und anzuleiten.

Gelingt es dem Kind dann endlich, mit eigenen Händen die erste Schleife zu binden, ist es zurecht stolz und mit sich zufrieden. Es hat dabei seine Auge-Hand-Koordination, seine Konzentrationsfähigkeit und sein Gedächtnis trainiert.

In ähnlicher Weise können die anderen Verschlussrahmen durch den Pädagogen eingeführt werden.

Wenn auch manche Verschlussarten wie z.B. das Schnüren eines Mieders längst aus unserem Alltag verschwunden sind, können die Kinder damit wunderbar ihre Fingerfertigkeit und Konzentration üben.

 

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